Kampf gegen Corona

Inzidenz steigt – Niedersachsen erwägt tägliche Corona-Tests für Schüler

In Niedersachsen sind die Inzidenzzahlen erneut gestiegen. Grund genug, um über neue Maßnahmen nachzudenken. Unterdessen bietet Bremen Impfungen für Kinder an.

Hannover/Bremen - Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen ist am Donnerstag, 22. Juli deutlich gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) betrug der landesweite Sieben-Tage-Inzidenzwert 13,9, nachdem er am Mittwoch bei 12,7 lag. Im Land Bremen stieg die Inzidenz am Donnerstag leicht auf 14,8 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (Mittwoch: 14,1). Die Stadt Bremen lag bei einem Wert von 15,5, die Stadt Bremerhaven bei 11,4. Der Bundesdurchschnittswert beträgt 12,2.

LandNiedersachsen
Einwohner7,982 Millionen
LandBremen
Einwohner682.986

Corona-Inzidenz in Niedersachsen: Die meisten Neuinfektionen in Hannover registriert

Die Region Hannover war Spitzenreiter bei den Neuinfektionen mit einem Inzidenzwert von 32,8. Danach folgte die Stadt Delmenhorst mit 24,5 und der Landkreis Grafschaft Bentheim mit 24,1.

Der Landkreis Friesland hatte einen Inzidenzwert von 0,0. Die nächsthöheren Inzidenzwerte hatten der Landkreis Wesermarsch mit 2,3 und der Landkreis Rotenburg mit 2,4.
Die Stadt Bremen lag bei der Sieben-Tage-Inzidenz bei einem Wert von 15,5, die Stadt Bremerhaven bei 11,4.

Inzidenz in Niedersachsen steigt – Ministerium sieht keine Anzeichen einer ausgeprägten Impfmüdigkeit

Das Gesundheitsministerium in Niedersachsen sieht trotz rückläufigen Corona-Schutzimpfungen keine Anzeichen einer ausgeprägten Impfmüdigkeit. Die Bereitschaft zum Impfen sei weiterhin hoch, am Wochenende wurden mehr als 58.000 Impfungen verspritzt. Zudem habe es bisher kein Entsorgen von Impfdosen in größerem Umfang gegeben.

Corona-Inzidenz Niedersachsen: Impfangebot und bald schon tägliche Tests für Kinder?

Über nicht vergebene Impftermine sei dem niedersächsischen Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben nichts bekannt. Bisher würden Termine ohne Unterbrechung gebucht werden. Auch kurzfristige Impfungen seien mittlerweile möglich. Bis zum Ende September sollen noch möglichst viele Impfungen verabreicht werden.

Corona-Impfungen: Bremen ist Spitzenreiter

Bremen hingegen ist in Sachen Impfen der Spitzenreiter unter den Ländern. Es seien bislang keine Impfdosen verfallen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsressorts. Termine seien stets ausgebucht, wenn ein „Impfschwänzer“ seinen Termin nicht wahrnimmt, können diese Termine in der Regel laut einer Sprecherin des Bremer Gesundheitsressorts.

Generell bietet Bremen im Sinne des Impftempos immer wieder besondere Impfaktionen an. So konnten sich beispielsweise Studentinnen und Studenten impfen lassen, zudem werden in den Häfen von Bremen und Bremerhaven ausländische Seeleute direkt an ihren Schiffen geimpft. Seit rund zwei Wochen sind außerdem zwei Impfmobile in den verschiedenen Stadtteilen Bremens unterwegs und bieten niedrigschwellig und wohnortnah eine Impfmöglichkeit an.

Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte: Land bietet verstärkt Impfungen für Kinder an

„In Bremen und Bremerhaven war uns von Anfang an klar: Wir schaffen das nur mit sehr leistungsfähigen Impfzentren. Die haben wir dann zusammen mit der heimischen Wirtschaft und den Hilfsorganisationen aufgebaut und dabei auch Beschäftigte aus der Gastronomie und den Hotels eingesetzt, die im Lockdown ihre Arbeit verloren haben“, sagte der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) der Augsburger Allgemeinen.

Das Bundesland bietet verstärkt Corona-Impfungen für Kinder an. „Wir akzeptieren die Empfehlung der Impfkommission, aber wir stellen trotzdem den Eltern, die ihre Kinder ab zwölf Jahren entgegen dieser Empfehlung impfen lassen wollen, ein entsprechendes Angebot zur Verfügung“, erklärte Bovenschulte. Viele Eltern seien sehr verunsichert und wünschten sich eine Impfung für ihre Kinder. Ihnen werde ein Angebot gemacht: „Dafür bauen wir in unseren Zentren eigens eine Impfstraße mit Kinder- und Jugendärzten auf. Da werden die Eltern dann ausführlich beraten“, sagte der SPD-Politiker.

Der Präsenzunterricht an den Bremer Schulen nach den Sommerferien hänge allerdings nicht an der Impfung der Schüler. „Wir setzen auf Testen, darauf, dass die Lehrerinnen und Lehrer durchgeimpft sind, und auf eine flächendeckende Ausrüstung mit Luftfiltern“, sagte Bovenschulte der Zeitung. „Und wenn die Inzidenzen wieder deutlich steigen, werden wir in den weiterführenden Schulen auch wieder Masken einsetzen.“

Niedersachsen will tägliche Corona-Tests in Schulen

Unterdessen kündigte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) an, nach den Sommerferien die Corona-Testfrequenz in den Schulen zu erhöhen. Möglicherweise solle statt zweimal wöchentlich täglich getestet werden, sagte Tonne der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Niemand wird nach den Sommerferien ohne einen negativen Corona-Test in die Schule gehen“, fügte der Minister hinzu.

Das Land habe mittlerweile zusätzlich Fördermöglichkeiten in Höhe von 20 Millionen Euro für die Anschaffung von Luftfiltern in den Schulen geschaffen, sagte Tonne. Bei Bedarf solle finanziell nachgebessert werden. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

(Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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