Corona-Pandemie

Inzidenz in Niedersachsen explodiert: Impfmuffel sollen für Tests zahlen

Die Delta-Variante hält die Welt im Atem: Nun steigen die Zahlen auch bei uns. Impfmuffel sollen daher ihre Corona-Tests bald aus eigener Tasche zahlen.

Berlin/Hannover/Bremen – Die Infektionen mit dem Coronavirus werden auch in Deutschland wieder mehr. Wenn auch der Inzidenzwert am Dienstagmorgen, 20. Juli 2021, mit bundesweit 10,9* noch relativ moderat erscheint, so hat sich der Wert in den vergangenen 14 Tagen doch mehr als verdoppelt. Tonangebend dabei: die Delta-Variante des Coronavirus*. Den höchsten Wert in Deutschland verzeichnet am Dienstagmorgen der rheinland-pfälzische Landkreis Birkenfeld an der Grenze zum Saarland mit 58,1.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Auch in Niedersachsen ist die 7-Tage-Inzidenz, also die Anzahl der Ansteckungen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner verteilt auf sieben Tage, wieder deutlich gestiegen. Betrug sie am Montag noch 10,3 waren es am Dienstagvormittag laut dem Dashboard des Robert Koch-Instituts (RKI) schon 11,3. Gemeldet wurden in Niedersachsen 125 Neuinfektionen und ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19.

Coronazahlen in Niedersachsen explodieren: Landkreis Grafschaft Bentheim mit 29,2 Spitzenreiter bei der Inzidenz

Den höchsten Wert hatte dabei der Landkreis Grafschaft Bentheim an der Grenze zu den Niederlanden. Hier betrug die Inzidenz am Dienstagmorgen 29,2. Dahinter folgt die Region Hannover mit ihren rund 1,2 Millionen Einwohnern. Hier beträgt die Inzidenz aktuell 23,0, es folgen die Städte Salzgitter (18,2) und Delmenhorst (18,1). Gerade in Delmenhorst verschärfen Reiserückkehrer die Corona-Inzidenz.

Die niedrigsten Stände waren dagegen in den Landkreisen Leer (1,8), Goslar (1,5) und Friesland (1,0) zu verzeichnen.

Inzidenz in Niedersachse: Ministerpräsident Stephan Weil von der CDU fordert Kontrollen an Grenzen

Gerade die Zahlen an der Grenze zu den Niederlanden rufen Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) auf den Plan. Weil forderte den Bund auf, endlich Voraussetzungen für Kontrollen des Autoreiseverkehrs zu schaffen.

Die Inzidenz in Niedersachsen ist von Montag auf Dienstag deutlich gestiegen. (Symbolbild)

„Wir sind der Auffassung, dass Tests, so wie wir sie aus unserem normalen Alltag kennen, bei jeder Einreise verlangt werden sollten. Und dass an der Grenze zumindest Stichproben vorgesehen werden“, sagte der SPD-Politiker dem „Weser-Kurier“. Die Bundesregierung müsse dafür schnell die angekündigte Änderung der Einreiseverordnung umsetzen.

Corona-Inzidenz in Niedersachsen: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will das Impfverweigerer für Tests zahlen

Impfverweigerer sollten nach Weils Auffassung künftig für Tests, die zum Zutritt in Restaurants, Kinos oder Veranstaltungen berechtigen, zahlen müssen. „Das ist eine denkbare Option“, sagte der Regierungschef der Zeitung. „Jetzt gibt es für alle Bürgerinnen und Bürger die faire Chance, sich und auch die Gemeinschaft zu schützen, indem man sich impfen lässt. Wer das aus freier Entscheidung heraus nicht tun will, wird auch mit dem einen oder anderen Nachteil leben müssen.“

Im Bundesland Bremen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz ebenfalls deutlich von 13,2 am Montag auf 14,1 am Dienstag. Es wurden fünf Neuinfektionen, aber kein weiterer Todesfall registriert. Im Stadtgebiet lag die Inzidenz bei 16,0, in Bremerhaven bei nur 4,4. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de, merkur.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Julian Stratenschulte/dpa

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