Am Ort des ehemaligen Konzentrationslagers

Internationale Begegnungsstätte in Bergen steht auf der Kippe

Bergen - Am Ort des ehemaligen Konzentrationslagers ist in Bergen eine internationale Begegnungsstätte geplant. Trotz zugesagter Fördermillionen vom Bund steht das Projekt jetzt auf der Kippe.

Die zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust geplante Internationale Begegnungs- und Bildungsstätte in Bergen nahe dem ehemaligen Konzentrationslager steht auf der Kippe. Die CDU-Fraktion beantragte vor einer Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, die bereits zugesagte Bundesförderung von 3,6 Millionen Euro für das Projekt nicht abzurufen. Die nach dem Abzug britischer Streitkräfte im Strukturwandel befindliche Stadt könne eine wirtschaftliche Umsetzung des Projekts derzeit nicht gewährleisten, begründete die CDU, die die absolute Mehrheit im Rat hat, ihren Antrag.

Die Grünen-Fraktion beantragte das Verschieben des Förderverfahrens um ein Jahr. Mehrere Krankheitsfälle im Bauamt machten einen Start des Projekts noch in diesem Jahr unmöglich. Ein Ratsentscheid ist nach Angaben der Stadtverwaltung am 26. Oktober geplant. Die Stadt Bergen müsste rund 1,8 Millionen Euro für den Bau der Begegnungsstätte beisteuern.

„Vertane Chance“

Der Leiter der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner, sprach von einer vertanen Chance. Die Stiftung setze darauf, die Begegnungsstätte zu nutzen und werde mit den von ihr geplanten Tagungen und Projekten alleine bereits für genügend Übernachtungsgäste und einen wirtschaftlichen Betrieb sorgen. Gerade in der heutigen Zeit sei die geplante Begegnungsstätte ein geschichtspolitisches Zeichen.

Die internationale Jugendbegegnungsstätte ist vor allem für Gruppen gedacht, die sich mit dem Konzentrationslager Bergen-Belsen und dem Schicksal von Anne Frank, die in dem Lager starb, vor Ort auseinandersetzen wollen. Seit dem Jahr 2000 organisiert Bergen die Anne-Frank-Friedenstage. Jugendliche aus ganz Europa diskutieren und arbeiten dabei zum Thema Frieden. Initiiert wurden die Friedenstage vom Anne-Frank-Fonds in Basel.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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