Neuer Name für Corona-Präparat

Vaxzevria: Astrazeneca-Impfstoff heißt nun anders

Der Astrazeneca-Impfstoff heißt jetzt Vaxzevria. In Niedersachsen wird dieser nur noch für Menschen eingesetzt, die älter als 60 Jahre sind. Hilft der neue Name?

Der umstrittene Coronavirus-Impfstoff von Astrazeneca bekommt einen neuen Namen. Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen vermarktet sein Präparat in der EU künftig unter dem Namen Vaxzevria. Das teilte der Pharmahersteller am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der neue Name sei von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigt worden. Bislang ist das Präparat unter dem Namen Covid-19 Vaccine AstraZeneca bekannt. „Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant“, so die Mitteilung.

Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria werde in sechs Monaten erwartet, hieß es weiter. In anderen Märkten laufe derzeit noch eine Überprüfung. Der Impfstoff werde während der Pandemie weiterhin zum Selbstkostenpreis geliefert. 

Astrazeneca: Neue Regeln in Niedersachsen

Der Impfstoff von Astrazeneca wird in Niedersachsen ab Mittwoch nur noch für Menschen ab 61 Jahren verwendet, die den Priorisierungsgruppen 1 und 2 angehören. Damit folge die Landesregierung der jüngsten Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), wie Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstagabend mitteilte. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten aufgrund der Empfehlung beschlossen, Astrazeneca ab Mittwoch in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Neben Niedersachsen setzt auch Bremen die Impfungen mit Astrazeneca aus.

BundeslandNiedersachsen
LandeshauptstadtHannover
Einwohnerzahl7.993.608 (31. Dezember 2019)
RegierungschefMinisterpräsident Stephan Weil (SPD)

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) teilte mit, es werde bei den Impfungen kurzfristig umdisponiert. „Wir haben unseren Dienstleister bereits angewiesen, keine neuen Termine mehr für die entsprechende Personengruppe mit diesem Impfstoff zu vergeben.“ Und: „Zum Glück kam heute die Nachricht, dass Biontech seine Lieferungsmengen erhöhen kann. Insofern hoffen wir, dass die heutige Entscheidung nicht zu allzu großen Verzögerungen im Impffortgang führen wird“, so die Ministerin.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte: „Ich bedauere sehr, dass jetzt viel Verunsicherung aufkommen wird. Astrazeneca bleibt dennoch ein wichtiger Impfstoff zur Eindämmung der Corona-Infektionen.“ Er bitte vor allem die über 60-Jährigen herzlich, sich Astrazeneca gegenüber aufgeschlossen zu zeigen. „Ich jedenfalls werde mich mit Astrazeneca impfen lassen, sobald ich an der Reihe bin“, so der Regierungs-Chef. Eine aktuelle Übersicht der Maßnahmen lesen Sie im Corona-Ticker.

Die Stiko ändert ihre Empfehlung zur Astrazeneca-Impfung. (Symbolbild)

Grundlage für die Stiko-Empfehlung sind derzeit verfügbare Daten zum Auftreten „seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“. Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten, teilte das beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Gremium mit. Dabei geht es um Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen gemeldet wurden.

Die Auswirkungen der geänderten Empfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff sind dem Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, zufolge schwer abzusehen. „Es kann sein, dass dadurch Vertrauen schwindet“, sagte Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Es könne aber auch das Gegenteil bewirken. In jedem Fall habe die Kontrollfunktion des Paul-Ehrlich-Instituts gut funktioniert. „Sie haben mehr als 30 besorgniserregende Fälle registriert, es wurde intensiv geprüft und Alarm geschlagen, und jetzt reagiert man darauf. Das sollte eigentlich vertrauensbildend sein.“

Grundsätzlich sind sich die Experten einig: Das Risiko für eine Sinus- oder Venenthrombose sie gering. Prof. Dr. Stefan Kluge bricht bei 24hamburg.de* eine Lanze für den Impfstoff und das Impfen allgemein. 

So erkenne ich eine Thrombose

Blutgerinnseln also Thrombosen in Hirnvenen sollen eine Nebenwirkung des Impfstoffs sein. Bei einer möglichen Thrombose gilt schnelles handeln, denn je früher sie diagnostiziert wird, desto besser können Ärzte sie behandeln. Als erstes Anzeichen haben die Betroffenen Kopfschmerzen. Diese verstärken sich und treten zwei bis drei Wochen nach der Impfung gehäuft auf. Die Kopfschmerzen fühlen sich anders an, als normale Kopfschmerzen und die Schmerzmittel wirken nur schwach oder gar nicht. Im Extremfall können Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Gefühlsstörungen oder epileptische Anfälle hinzukommen.

Die deutsche Gesellschaft für Neurologie sagt: „Kopfschmerzen, die ein bis drei Tage nach der Impfung auftreten und sich nicht neuartig anfühlen, seien eine sehr häufige Nebenwirkung der Impfung. Sie trete bei rund 50 Prozent der Geimpften auf und sei kein Anzeichen für eine mögliche Thrombose.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jan Huebner/imago-images

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