Hoher Medienkonsum oft mit Schulproblemen verbunden

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Fast jeder fünfte Schüler in Deutschland verbringt täglich mehr als sechs Stunden am Computer oder vor dem Fernseher.

Lüneburg/Hamburg - Schüler, die in ihrer Freizeit Stunden über Stunden am Bildschirm oder vor der Mattscheibe verbringen, haben häufiger Schwierigkeiten in der Schule. Das zeigt eine Umfrage unter 6000 deutschen Kindern und Jugendlichen.

Fast jeder fünfte Schüler in Deutschland verbringt täglich mehr als sechs Stunden am Computer oder vor dem Fernseher. Häufig ist die viele Zeit vor dem Bildschirm mit Problemen in der Schule verbunden. Das hat eine am Mittwoch vorgestellte Studie der Krankenkasse DAK und der Leuphana Universität Lüneburg ergeben.

Die Intensivnutzer klagen demnach deutlich häufiger über Schulunlust oder sind mit ihren Leistungen weniger zufrieden als andere Jugendliche. Bei den 15- und 16-Jährigen ist der Anteil der Intensivnutzer mit 23 Prozent besonders hoch.

„Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass übermäßiger Medienkonsum häufiger zu Schulproblemen führen kann“, erklärte Cornelius Erbe von der DAK. „Aber auch die umgekehrte Wirkung ist möglich: Wer Schwierigkeiten in der Schule hat, versucht sich möglicherweise mit einem hohen Medienkonsum abzulenken.“

Für das soziale Leben hat der hohe Medienkonsum vermutlich keine negativen Folgen: Die Intensivnutzer treffen sich sogar häufiger mit ihren Freunden als andere. Das weist für die Macher der Studie darauf hin, dass Medien oft gemeinsam genutzt werden - etwa bei Computerspielen. Sportliche Aktivitäten litten dagegen erheblich.

Unter Haupt- und Realschülern ist der Fernsehkonsum besonders hoch. Hier gaben 39 Prozent an, mehr als drei Stunden am Tag vor dem TV-Gerät zu sitzen. Bei den Gymnasiasten waren es mit 17 Prozent weniger als halb so viele.

„Die Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken ist für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens“, betonte Diplom-Psychologin Ina Cramer von der Leuphana Universität Lüneburg. Ihr Umgang mit dem Internet sei meist verantwortlicher als angenommen werde. Leide allerdings die Schule, sollen Eltern und Lehrkräfte das Gespräch mit den Jugendlichen suchen. Dafür müssten sich auch die Erwachsenen mit den neuen Medien beschäftigen.

Schulen haben nach Meinung der Expertin bei der Prävention eines riskanten Medienverhaltens eine besondere Verantwortung. Pädagogische Fachkräfte und Lehrer sollten in der Vermittlung von Medienkompetenzen geschult werden. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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