Hochhaus-Lift eingefroren: Kranke wochenlang eingesperrt

Osnabrück - Weil nach einem Rohrbruch die Lifte eines 19-stöckigen Hochhauses in Osnabrück zugefroren sind, müssen die Bewohner wochenlang Treppen steigen. In den oberen Etagen wohnen aber auch mehrere Behinderte und ältere Menschen, die ihre Wohnungen derzeit gar nicht verlassen können.

Einige Kranke können ihre Wohnung gar nicht mehr verlassen. „Sie werden von Pflegepersonal oder der Hausmeisterin versorgt“, sagte Katja Bunselmeyer, Geschäftsführerin der Wohnungsverwaltungsgesellschaft Petersson, am Donnerstag und bestätigte damit Medienberichte.

Der Weg zu den 128 Eigentums-Wohnungen wird für viele Bewohner zur Sporteinheit: Das Hochhaus mitten in der Stadt hat mehr als 300 Treppenstufen. Bereits zu Weihnachten war im 18. Stock wegen der Kälte ein Rohr geplatzt. Das Wasser floss in den eiskalten Fahrstuhlschacht, bildete eine Eisschicht und legte beide Lifte lahm.

Spätestens am 10. Januar sollen sie repariert sein. Die Techniker arbeiteten mit Hochdruck, erklärte Bunselmeyer. „Das Wasser muss aufgetaut werden. Gleichzeitig arbeitet der Fahrstuhlbauer in seinem Werk an Ersatzteilen. Die haben ihre Leute aus dem Urlaub wieder zurückgeholt.“ Dass beide Lifte gleichzeitig ausfallen, sei bisher noch nie passiert, betonte die Geschäftsführerin. Besonders ärgerlich sei, dass einer der Lifte erst kürzlich für mehr als 60.000 Euro total umgerüstet worden sei. „Jetzt wissen wir gar nicht, ob wir das noch mal investieren müssen.“

Die Reaktion der Bewohner ist nach Angaben der Verwaltungsgesellschaft sehr unterschiedlich. „Es gibt welche, die nehmen das ganz locker“, sagte Bunselmeyer. Eine Bewohnerin, die nicht gut zu Fuß sei, habe beispielsweise gescherzt: „Ich habe schon viel kräftigere Beine bekommen.“ Doch viele seien auch richtig erbost. „Die schimpfen.“

Symbolbild dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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