1. az-online.de
  2. Niedersachsen

Hitzewelle: Hoch „Oscar“ bringt Hitze und wenig Regen – Dürre in Niedersachsen

Erstellt:

Von: Alexander Eser-Ruperti

Kommentare

Das Hoch „Oscar“ bringt Deutschland mehr Hitze und weiterhin wenig Regen. In Teilen Niedersachsens wird das zunehmend zum Problem.

Hannover – Erneute Hitzewelle: Normen, Oscar, Daniela: Die Hochs und Tiefs, die über Deutschland rollen, haben klangvolle Namen. Derzeit aktuell ist das Hoch „Oscar“, das einmal mehr hohe Temperaturen bringt: Bürgerinnen und Bürger können sich erneut auf Hitze einstellen, während Regen weitestgehend ausbleibt. In Niedersachsen wird die aktuelle Wetterlage zunehmend zum Problem: An manchen Orten gilt bereits die höchste Dürrewarnstufe, in vielen Gewässern sind zudem die Wasserstände niedrig. Was uns in den kommenden Tagen erwartet.

Hitzewelle in Deutschland: Hoch „Oscar“ bringt laut Wettervorhersage Hitze und wenig Regen

Die Hitzewelle in Deutschland ist nicht um, wenngleich auch in der laufenden Woche keine Rekord-Temperaturen mehr erwartet werden. Dennoch wird es laut Wettervorhersage abermals warm bis heiß, an den meisten Orten bleibt zudem der Niederschlag aus, Grund dafür ist das Hoch „Oscar“. Nur in Richtung Wochenende kann es regional zu kurzen Schauern kommen – diese sind allerdings zu kurz, um hinsichtlich der anhaltenden Trockenheit wirklich für Entlastung zu sorgen.

Am Freitag, dem 12. August 2022, erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) laut dpa Höchsttemperaturen zwischen 27 und 34 Grad. Aufgrund der Wetterprognose gilt weiter besondere Vorsicht vor Hitzeschlägen. Im Südosten wird es mit maximal 25 Grad etwas milder. Einzelne Schauer erwartet der DWD lediglich vom Erzgebirge bis zum östlichen Alpenrand, vereinzelt kann es dort auch gewittern.

Wegen Wassermangel und Dürre bitten viele öffentliche Einrichtungen um einen rücksichtsvollen Umgang mit Wasser.
An einigen Orten in Niedersachsen gilt die höchste Dürrewarnstufe. (Symbolbild) © Haven Daley/ dpa

Für das Wochenende ist beim Wetter in Deutschland ebenfalls keine wirkliche Entspannung laut Wettervorhersage in Sicht: Der Samstag soll Höchstwerte von 29 bis 35 Grad bringen, im Südosten sowie an den Küsten sind es 27. Die Hitze fördert auch die Belastung durch Wespen. Von Osten bis Südosten sind am Samstag vor allem im Bergland vereinzelt Gewitter und Schauer möglich, bei bisweilen starker Bewölkung. Der Sonntag wird laut DWD ebenfalls überwiegend trocken, bei Temperaturen von maximal 28-35 Grad. An der Küste ist es etwas kühler. Insbesondere die Trockenheit in Niedersachsen wird problematisch.

Hitzewelle Niedersachsen: In Teilen von Niedersachsen gilt die höchste Dürrewarnstufe

Die Experten des DWD hatten mit Blick auf die laufende Woche in Bezug auf das gesamte Bundesgebiet gesagt, zum „Leidwesen der Natur“ gäbe es kaum Regenwolken. Das betrifft auch das Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD): In einigen Teilen von Niedersachsen gilt inzwischen die höchstmögliche Dürrewarnstufe. Die Hitzewelle in Niedersachsen ist nicht zu unterschätzen: Ein Sprecher der Landesforsten etwa bezeichnete die Situation in einigen Teilen Niedersachsens laut NDR als besorgniserregend.

Mancherorts ist der Boden so trocken, dass er kein Wasser mehr aufnehmen kann. Die Dürre sorgt zudem für erhöhte Waldbrandgefahr. Bisher blieb die Situation in dieser Hinsicht verhältnismäßig ruhig: Zwar hatte es in Niedersachsen in diesem Sommer Waldbrände gegeben, jedoch in überschaubarer Zahl. Bundesweit gilt ein Rauchverbot in Wäldern, um das Risiko von Feuern zu verringern.

Hitzewelle 2022 in Deutschland: Niedrige Wasserstände in niedersächsischen Gewässern

In vielen Gewässern in Niedersachsen sind die Wasserstände durch die Hitzewelle 2022 niedrig: Niederschläge bleiben aus, während immer mehr Wasser aufgrund hoher Temperaturen verdunstet. Die niedrigen Wasserstände in vielen niedersächsischen Oberflächengewässern bedrohen unter anderem die Fischfauna. Dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sagte die Gewässerexpertin Stephanie Gudat, an den Wasserständen würde „der Klimawandel auch in Niedersachsen greifbar.“

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus Ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Gudat führt aus: „Bedingt durch die anhaltende Trockenheit verzeichnen die Pegel des NLWKN derzeit tatsächlich nahezu in ganz Niedersachsen sinkende bzw. sehr niedrige Wasserstände. Teilweise befinden sich die Pegelstände, insbesondere im Osten und Südosten dabei im Extremwertbereich der niedrigsten, jemals hier gemessenen Wasserstände.“ Auch das Wachstum von Blaualgen, die derzeit vielerorts den Badespaß vermiesen, wird durch das Wetter gefördert. Gudat dazu: „Die erhöhten Temperaturen begünstigen die Entwicklung von Cyanobakterien - also Blaualgen -, die aktuell in vielen Seen wie Dümmer, Zwischenahner und Steinhuder Meer wieder ein Thema sind.“

Auch interessant

Kommentare