Mutter vor Gericht

Neugeborenes nach Seitensprung ertränkt

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Die Frau muss sich vor Gericht verantworten. 

Hildesheim - Eine dreifache Mutter wird nach einem Seitensprung erneut schwanger. Sie bringt das Kind auf der Toilette zur Welt, drückt mehrfach die Spülung und vergräbt das leblose Baby, so ihre Aussage. Wegen versuchten Totschlags steht die 33-Jährige in Hildesheim vor Gericht.

Weil sie ein nach einem Seitensprung geborenes Baby in der Toilette ertränkt haben soll, muss sich eine dreifache Mutter seit Dienstag vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Die Anklage legt der 33-Jährigen versuchten Totschlag zur Last, weil das Baby möglicherweise bereits bei der Geburt starb. Die Mutter soll das unerwünschte Kind laut Anklage getötet haben, weil es aus einer außerehelichen Beziehung stammt. Sie habe gefürchtet, von ihrem Ehemann verlassen zu werden.

„Ich habe Angst gehabt“, übersetzt die Dolmetscherin die leisen Worte der Russin, die ohne viel Deutschkenntnisse seit einigen Jahren mit einem Landsmann in Sarstedt lebt. „Ich habe keinen Menschen gehabt, dem ich vertrauen konnte.“ Obwohl ihr Mann und Bekannte sie darauf ansprachen, habe sie eine Schwangerschaft geleugnet. Sie habe das Kind zur Welt bringen wollen - auf die Frage des Richters, was sie danach habe tun wollen, weiß sie keine rechte Antwort. Ratlos blickte sie nach unten und legte die Hände ineinander.

Nachdem ihr Mann sie mit ihrer Schwägerin betrogen habe, habe sie sich gekränkt gefühlt und über das Internet einen Mann in Russland kennengelernt. Bei einem Familienbesuch in der Heimat habe sie den Bekannten getroffen und sei schwanger geworden, sagte die Angeklagte vor Gericht.

Eine vorsätzliche Tötung des neugeborenen Jungen hatte sie bereits bei ihrer Vernehmung durch die Polizei bestritten. Sie sei mit Schmerzen auf die Toilette gegangen, plötzlich sei alles voller Blut gewesen und sie habe in Panik mehrfach die Spülung gedrückt. Danach habe sie den toten Säugling erblickt, den sie eingewickelt und in der Nähe ihrer Wohnung am Straßenrand vergraben habe.

Nachbarn machten die Polizei im vergangenen Oktober auf die Familie aufmerksam, weil die Frau von einem Tag auf den anderen plötzlich viel schlanker ausgesehen hatte. Die Angeklagte führte die Beamten daraufhin zu der Stelle, wo sie die Leiche vergraben hatte. Die Familie wird seit der Verhaftung der Mutter vom Jugendamt betreut. Wegen Fluchtgefahr kam die Mutter damals in Untersuchungshaft.

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Quelle: kreiszeitung.de

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