Havarierter Frachter „Janine“ hängt am Kran

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Mit diversen Spezialschiffen und dem Schwimmkran "Triton" bereiten Bergungsspezialisten am Dienstag die Hebung des in der Hunte bei Neuenhuntorf (Kreis Wesermarsch) havarierten Lastschiffes "Janine" vor.

Neuenhuntorf - Holländische Experten haben mit der Bergung des havarierten Frachters „Janine“ auf der Hunte begonnen. Am Dienstag führten sie Seile unter das 85 Meter lange Binnenschiff und hoben es mit einem Spezial-Kran an.

Zuvor war der mit Wasser vollgelaufene Frachter weitgehend leergepumpt worden. „Wann die Hunte wieder befahrbar ist, können wir noch überhaupt nicht sagen“, sagte Rüdiger Oltmanns von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, der die Arbeiten an der Unglücksstelle in Neuenhuntorf (Landkreis Wesermarsch) begleitete.

"Janine" wird geborgen

Bergung der "Janine" auf der Hunte

Jetzt komme es darauf an, ob die beschädigte „Janine“ tatsächlich in einem Stück geborgen werden könne und schwimmfähig sei, erklärte Oltmanns. Der Frachter hatte sich am Abend des 13. September in einer Uferböschung festgefahren und war später unter der Last der Ladung von 1100 Tonnen Erz zusammengebrochen. Der Kapitän, seine Frau und seine Tochter sowie zwei Hunde konnten sich mit einem Beiboot ans Ufer retten.

Schiffbruch auf der Hunte

Binnenschiff bricht in der Mitte durch

Binnenschiff bricht in der Mitte durch

Als Unfallursache wird ein Ruderausfall vermutet. Es werde geprüft, ob dem Kapitän ein strafrechtlicher Vorwurf zu machen sei, sagte Polizeisprecher Karsten Wolff am Dienstag. Der Schiffsführer schweige im Moment zum Unfallgeschehen und lasse sich von einem Anwalt vertreten. In der kommenden Woche solle das Wrack genauer untersucht werden. Nach der Havarie hatten Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks den Unglücksort mit Ölsperren abgesichert.

Nach Polizeiangaben sind bisher weder Diesel noch Schmieröl ausgetreten. Das ist Oltmanns zufolge auch nicht mehr zu befürchten, weil die Tanks unbeschädigt sind. Zur Vorbereitung der Bergung war das Schiff zunächst entladen worden. Erst wenn die „Janine“ abgeschleppt und die Fahrrinne überprüft wird, können wieder Schiffe die Hunte passieren. Derzeit müssen Binnenschiffer einen Umweg von zwei Tagen über die Weser, den Mittellandkanal und den Dortmund-Ems-Kanals zum Küstenkanal in Kauf nehmen.

Quelle: kreiszeitung.de

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