Aussichtsturm mit Rutsche

Blick durch gläsernen Boden: Harz-Skywalk in Torfhaus wird atemberaubend

Eine neue Attraktion soll den Harz noch beliebter machen. Ein hölzerner Aussichtsturm soll ab 2022 für Touristen zugänglich sein. Während in Torfhaus Fakten geschaffen werden, wird anderenorts seit Jahren um die Finanzierung gerungen.

Torfhaus – Ein gläserner Skywalk, eine 110 Meter lange Rutsche und ein sich hochschraubender Aussichtsturm mit zwei Plattformen: Mit Investitionen in Millionenhöhe soll der hölzerne Aussichtsturm in Torfhaus im Landkreis Goslar (Niedersachsen) von 2022 an Ausblicke auf den Brocken und den umliegenden Harz samt Nationalpark bieten. Ein Shop und Café runden das Erlebnis ab. Investiert würden in den Aussichtsturm rund acht Millionen Euro, teilte die Firma Harzturm mit. Bund und Land Niedersachsen fördern das Projekt demnach mit etwa 1,4 Millionen Euro.

Der Aussichtsturm in Torfhaus bedeute ein „neues Kapitel Tourismusgeschichte“, kündigte die Harzturm an. Der in Schraubenform geplante, 65 Meter hohe Turm imitiere einen „hohlen, drehwüchsigen Baumstamm“, Vorbild der Planer sei ein aufgehender Fichtenzapfen. Mit 812 Metern Höhe sei Torfhaus der höchstgelegene Ort im Oberharz.

Harz bekommt Aussichtsturm mit 360-Grad-Panorama

Neben 360-Grad-Panorama-Aussichten soll es in 45 Metern Höhe einen gläsernen Skywalk geben, abwärts gehe es per Treppe, Lift – oder über die spiralförmige Rutsche. „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr 2022 mit dem Betrieb des Turmes starten werden“, sagte Hannes Mairinger, Geschäftsführer der Harzturm. Für den kommenden Montag sei der erste Spatenstich geplant, unmittelbar danach sollen die Arbeiten für Erschließung und Fundamente beginnen.

Ein Skywalk ist eine brückenartige Konstruktion. In Zusammenhang mit Tourismus wird oft von einer Konstruktion mit Glasfußböden gesprochen. So können die Besucher auch in die Tiefe schauen.

So wie in dieser künstlerischen Darstellung soll der neue Turm im Harz samt 110 Meter langer Rutsche einmal aussehen.

Mit einer Bauzeit von rund einem Jahr – davon träumen andere Orte. In Bruchhausen-Vilsen gibt es seit 2011 einen Turmbau-Verein. 2014 rief Verein gemeinsam mit der Hochschule Bremen das Projekt „Ein Aussichtsturm für Bruchhausen-Vilsen“ ins Leben. Die Ergebnisse des Wettbewerbs für einen Modellentwurf stellte der Verein dem Tourismusausschuss der Samtgemeinde im Mai 2015 vor. Gewinner war der Entwurf „The Orga-nic“, ein mit Lamellen verkleideter Turm. Bis jetzt scheitert das Projekt an einem geeigneten Standort und auch die Finanzierung wirft immer wieder Fragen auf.

Aussichtstürme haben lange Tradition und sind beliebte Ausflugsziele

In Syke gibt es einen Aussichtsturm am „Hohen Berg“. Er ist eines der am stärksten frequentierten Ausflugsziele im Stadtgebiet, heißt es. Während andere Orte auf Holzkonstruktionen setzten, hat man in Syke ein zwölf Meter hohes Metallgerüst errichtet. Auch dort gab es zu Beginn viele Bedenken hinsichtlich des Standortes und der Kosten.

Aussichtstürme gibt es in vielen Formen und Ausprägungen. Angefangen vom Kirchturm über Fernsehtürme bis hin zu Aussichtsplattformen in Windrädern oder dem Panoramaturm im Heide Park. Die ältesten Türme in Niedersachsen stammen aus dem 12. Jahrhundert. Hatten sie im Mittelalter eine taktische Funktion (Wach- oder Gefechtsturm), wandelte sich ihre Funktion hin zu reinen Aussichtstürmen Ende des 18. Jahrhunderts. Adlige bauten die Türme in der freien Natur. Richtig hohe Aussichtstürme entstanden erst Ende des 19. Jahrhunderts nach Erfindung des Aufzugs.

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