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Vorerst unter Kontrolle: Feuerwehr bekämpft Waldbrand auf dem Brocken

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Von: Johannes Nuß

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Seit Donnerstag brennt auf dem Brocken im Harz eine rund 13 Hektar große Waldfläche. Feuerwehren, Bundeswehr und Bundespolizei sind im Einsatz.

Update von Freitag, 12. August 2022, 19:11 Uhr: Wernigerode/Schierke – Erfreuliche Nachrichten aus dem Harz: Die Feuerwehr hat den Waldbrand zwischen dem Brocken und Schierke zumindest vorerst unter Kontrolle. Doch: „Wir sehen die Tendenz, dass heute mit ansteigender Temperatur und auffrischendem Wind die Ausbreitung wieder schneller fortlaufen wird“, heißt es von Einsatzleiter Marco Söchting gegenüber dem NDR.

Erstmeldung von Freitag, 12. August 2022, 12:39 Uhr: Wernigerode/Schierke – In der Nähe von Schierke im Nationalpark Harz in Niedersachsen ist am Donnerstag, 11. August 2022, ein Waldbrand ausgebrochen und ist derzeit immer noch aktiv. Nach aktuellen Erkenntnissen sei etwa eine Fläche von 13 Hektar betroffen, teilte der Landkreis Harz mit. Es seien derzeit aber keine bestimmten Orte direkt gefährdet. Die Rauchentwicklung ist weithin sichtbar.

Waldbrand auf dem Brocken: Vier Hubschrauber helfen bei der Brandbekämpfung im Harz aus der Luft

In der Nacht hatten sich die Feuerwehren etwas zurückgezogen und waren nur mit den nötigsten Einsatzkräften am Brandort. Am Freitagmorgen wurde der Kampf gegen die Flammen wieder verstärkt. Zur Brandbekämpfung kamen im Laufe des Vormittags insgesamt vier Hubschrauber zum Einsatz.

Im Landkreis Verden gilt aufgrund der Trockenheit und der Hitze der vergangenen Tage inzwischen die höchste Waldbrandstufe. So ist es beispielsweise auch verboten, im Wald ein Lagerfeuer zu machen.

Rettungskräfte der Feuerwehr bekämpfen einen größeren Waldbrand auf dem Brocken.
Seit Donnerstag wütet auf dem Brocken ein Waldbrand auf einer Fläche von 13 Hektar. Inzwischen haben die Einsatzkräfte den Brand aber unter Kontrolle. © Matthias Bein/dpa

Neben dem Transporthubschrauber CH-53 der Bundeswehr helfen auch zwei Hubschrauber der Bundespolizei und der eines Privatunternehmens beim Löschen aus der Luft, sagte der Kreisbrandmeister des Landkreises Harz, Kai-Uwe Lohse, am Freitag in Wernigerode.

Der Hubschrauber der Bundeswehr, der inzwischen im Einsatzgebiet angekommen ist, kann mit einem 5000 Liter fassenden Wasserbehälter beim Löschen helfen. Die Bundeswehr hat in Blankenburg eine Betankungsstation, wo das Fluggerät neuen Kraftstoff aufnehmen kann.

Löscharbeiten beim Waldbrand auf dem Brocken im Harz beschwert

Wie es am Freitagvormittag von der Einsatzleitung hieß, sei man dabei, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die Versorgung mit Löschwasser sei stabil, so Kreisbrandmeister Lohse.

Dennoch seien die Löscharbeiten schwierig, da zerklüftete Hanglagen und hohe Totholz-Bäume das Gelände sehr fordernd und gefährlich machen. Im Laufe des Tages soll es zudem zunehmend windig werden – ebenfalls eine Herausforderung für die Einsatzkräfte.

„Es gibt Bereiche, in die können wir fußläufig nicht rein“, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr Wernigerode, Marco Söchting, am Freitag. Die Einsatzkräfte müssten versuchen, das Feuer von einem sicheren Standpunkt aus zu löschen.

200 Feuerwehrleute bekämpfen derzeit den Waldbrand auf dem Brocken im Harz

„Wir haben dort sehr viel trockenes Gehölz, auch Totholz genannt, was über Nacht und auch gestern tagsüber bis in die Baumwipfel gebrannt hat“, führte Söchting aus. „Mit auffrischenden Winden brechen sie oben ab.“

Man habe die Situation des Waldbrandes in Sachsen vor Augen, sagte Landrat Thomas Balcerowski (CDU). Es gelte zu verhindern, dass auch unterirdische Brände weiter Nahrung finden. Ein ähnliches „Flammeninferno“ wie in Sachsen müsse in den nächsten Tagen verhindert werden.

Derzeit kämpfen etwa 200 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Neben der Luftunterstützung von Bundeswehr, Bundespolizei und Privatwirtschaft erhalten sie Unterstützung von Feuerwehren aus dem Burgenlandkreis, Saalekreis und Mansfeld-Südharz. (Mit Material der dpa)

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