Sander: Bund soll für Offshore-Windprojekte bürgen / Unternehmen bekommen seltener Kredite

„Es hapert an der Finanzierung“

Der Offshore-Windpark „Alpha ventus“ liegt 45 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum (Kreis Leer).Archivfoto: dpa

HANNOVER · Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) hat von der Bundesregierung mehr Engagement für den Ausbau von Windenergieanlagen vor der Küste gefordert. Der Bund solle unter anderem Bürgschaften bereitstellen. „Es ist ein nationales Ziel, den Offshore-Bereich voranzubringen“, sagte Sander am Rande einer Tagung zum Thema in Hannover.

Das Land Niedersachsen habe bereits Vorleistungen erbracht und etwa mit der Ausweisung einer Kabeltrasse über Norderney und der Vorbereitung einer weiteren Trasse Infrastruktur geschaffen. Die Häfen Cuxhaven und Emden böten zudem beste Bedingungen für die Offshore-Industrie.

„Am meisten hapert es aber an der Finanzierung der Projekte“, sagte Sander. Wegen der Wirtschaftskrise hätten Unternehmen seit ungefähr einem Jahr große Probleme, Kredite für ihre Vorhaben zu bekommen, die oft angesichts fehlender praktischer Erfahrungen mit der Technologie noch mit Unsicherheiten belastet seien. Da müsse der Bund ein Signal setzen und bereit sein, diese Risiken mitzutragen.

Sander forderte vor den über 200 Teilnehmern der Tagung einen Offshore-Gipfel. Ohne eine große gemeinsame Kraftanstrengung seien weder die Klimaschutzziele der Bundesregierung gewährleistet noch das Ziel zu erreichen, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energie auf 20 Prozent zu steigern. Alle Beteiligten aus Bund, Ländern und der Finanzwirtschaft müssten sich an einen Tisch setzen und die Hindernisse aus der Welt schaffen, die den Ausbau der Offshore-Energiegewinnung verzögerten, verlangte der FDP-Politiker. Mit der Errichtung des Testfeldes „Alpha ventus“ war im April in der Nordsee 45 Kilometer nördlich von Borkum der weltweit erste Hochsee-Windpark in Betrieb gegangen. Die Windräder stehen in 30 Meter tiefem Wasser und erreichen mit bis zu 155 Metern die Höhe des Kölner Doms – sind aber vom Festland aus nicht zu sehen. Zwei weitere Parks sind im Bau, darunter „Bard Offshore 1“ mit 80 Anlagen in der Nordsee. Der erste Windstrom von „Bard Offshore 1“ soll in diesem Sommer fließen, wenn die ersten acht Anlagen fertig sind.

Quelle: kreiszeitung.de

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