Hannover ermöglicht muslimische Bestattung

Hannover - Hannover ermöglicht Muslimen künftig die Bestattung ihrer Verstorbenen auf traditionelle Weise in Leinentüchern. Auf dem Stöckener Stadtfriedhof ist dies auf dem muslimischen Gräberfeld neuerdings ohne Ausnahmegenehmigung möglich, teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Bundesweit räumt eine wachsende Zahl von Friedhöfen den Muslimen eigene Bestattungsrituale ein. Dabei ist teilweise auch der Sargzwang bereits gelockert worden, erklärte die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal, Jutta Lange.

Alle Einwohner Hannovers sollten ihre Religion ausüben können und dazu gehörten auch Bestattungen entsprechend den unterschiedlichen religiösen Traditionen, erklärte Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD). Der Landesverband der Muslime und die Friedhofsverwaltung in Hannover entwickelten eine spezielle Klappenkonstruktion. Damit können die Toten ins Grab gelassen werden. Anschließend können ein bis zwei Menschen ins Grab steigen und den Toten in Richtung Mekka ausrichten. Damit die Erdmassen nicht auf den Verstorbenen lasten, werden diese vor dem Füllen des Grabes mit mehreren Holzplanken abgedeckt.

Immer mehr Zuwanderer fühlten sich als Deutsche und wollten hier und nicht mehr im Herkunftsland beerdigt werden, sagte Lange. Eine wachsende Zahl von Friedhofsverwaltungen trage dem mit separaten Gräberfeldern für Muslime oder Hallen für die traditionelle Waschung der Toten Rechnung. In Hessen etwa sei eine Ausnahme von der Sargpflicht bereits formlos möglich.

Quelle: kreiszeitung.de

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