Haft für bekifften und betrunkenen Todesfahrer

Göttingen - Dass er bekifft und stark betrunken einen Unfall mit Toten und Verletzten verursacht hat, bringt einen Autofahrer hinter Gitter. Das Landgericht Göttingen verurteilte den 43-Jährigen am Mittwoch in zweiter Instanz zu zweieinhalb Jahren Haft.

Der Techniker aus Bad Lauterberg am Harz war im Februar 2010 auf der Bundesstraße 446 im Eichsfeld in den Gegenverkehr geraten. Zwei Männer starben noch an der Unfallstelle, zwei weitere und eine aus Erfurt stammende werdende Mutter wurden erheblich verletzt. Das einen Tag nach dem Unfall frühgeborene Baby der Frau starb ebenfalls.

Schon in erster Instanz war der Angeklagte vom Amtsgericht Duderstadt zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Gegen das Strafmaß hatte er Berufung eingelegt.

Der Verteidiger hatte eine Verkürzung der Freiheitsstrafe auf ein Jahr und drei Monate sowie eine Strafaussetzung zur Bewährung gefordert. Dann werde der Angeklagte sich auch einer Suchttherapie unterziehen. Das Gericht folgte jedoch den gleichlautenden Anträgen der Staatsanwaltschaft und der drei Nebenklagevertreter, die eine Verwerfung der Berufung verlangt hatten.

Ausschlaggebend für das vergleichsweise hohe Strafmaß seien die schwerwiegenden Folgen der Tat für die Unfallopfer und deren Angehörige, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Obwohl zahlreiche Milderungsgründe für den Angeklagten sprächen, seien die Unfallfolgen das Prägende bei der Strafzumessung.

Die Nebenklagevertreter hatten am Mittwoch noch einmal geschildert, wie sehr die Familien der Verstorbenen und die Verletzten auch mehr als ein Jahr nach dem Ereignis unter den Unfallfolgen leiden.

Der Angeklagte, der zur Tatzeit am Mittag des 1. Februar 2010 mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut hatte und zudem unter dem Einfluss von Cannabisprodukten stand, verfolgte wie schon in erster Instanz das Verfahren schweigend.

Nach Angaben seines Verteidigers leidet der 43-Jährige, obwohl er körperlich unversehrt blieb, ebenfalls schwer unter den Folgen des Unfalls. Er sei seither arbeitsunfähig.

Quelle: kreiszeitung.de

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