Grünes Licht für Weservertiefung

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Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU, M.) spricht im Beisein von Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP, l) und Agrarminister Gert Lindemann (CDU, r) am Dienstag in Hannover während einer Pressekonferenz zum Thema der Weservertiefung .

Niedersachsen und Bremen haben grünes Licht für eine Vertiefung der Weser gegeben, nach der die Häfen von Bremen, Bremerhaven und Brake von großen Schiffen vollbeladen angesteuert werden können.

Nutznießer des 50 Millionen-Euro-Vorhabens seien unter anderem Stahlwerke und die Agrarbranche, die über die Häfen Erze und Futtermittel beziehen, sagte Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) am Dienstag. Die Arbeiten begännen im Herbst, falls nicht Klagen von Umweltverbänden für Verzug sorgten. Um Schäden für Umwelt und Landwirtschaft zu verhindern, ist für weitere 50 Millionen Euro ein Generalplan Wesermarsch in Arbeit. Er soll unter anderem eine drohende Versalzung von Agrarflächen verhindern. 

Die Weser als Weg für Seeschiffe

Der von der Nordsee beeinflusste Teil der Weser beginnt am Bremer Stauwehr. Flussabwärts bestimmen Ebbe und Flut die Wassertiefe mit. Damit Seeschiffe die Häfen erreichen können, haben die Menschen im 19. Jahrhundert angefangen, spürbar in den Fluss einzugreifen.

Überlässt man Tideästuare, wie die Mündungen von Elbe, Weser und Ems genannt werden, ihrer natürlichen Entwicklung, bilden sich wandernde Sandbänke, die größeren Schiffen die Zufahrt versperren. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremerhaven begann der erste Weserausbau 1897 für Schiffe mit fünf Meter Tiefgang.

Es wurden unter anderem Leitdämme gebaut, um die Strömung so zu lenken, dass eine Fahrrinne möglichst von der Strömung selbst freigehalten wird. Schon bald setzten die Planer erste Saugbagger ein, um Sand aus der Unter- und Außenweser zu holen. 1924 war die Unterweser bis Bremen für Schiffe mit sieben Meter Tiefgang befahrbar, 1958 wurden 8,7 Meter erreicht.

Die Außenweser, der Flussabschnitt von Bremerhaven bis in die Nordsee, erhielt von 1973 an eine Tiefe von 12 Meter. Mit immer größeren Schiffen verlagerte sich der Hafenumschlag zunehmend von Bremen nach Bremerhaven. Für die Unterweser zwischen Bremen und Bremerhaven war 1982 bei neun Meter Schluss. Der letzte Ausbau der Außenweser garantiert seit 1999 eine Fahrwassertiefe von 14 Meter. Heute können in Bremerhaven tideabhängig, also bei Hochwasser, Schiffe mit höchstens 14,5 Meter Tiefgang anlegen. Tideunabhängig liegt die Grenze bei maximal 12,8 Meter.

Nach dem jetzt anstehenden Ausbauprojekt sollen es künftig tideunabhängig 13,5 Meter sein. Außerdem hat sich die Breite der Schiffe in den vergangenen Jahren erhöht. Auch unter diesem Gesichtspunkt soll die Fahrrinne angepasst werden.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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