Greenpeace will Castor-Stopp: Zwischenlager nicht sicher vor Terror

Gorleben - Das Atom-Zwischenlager in Gorleben ist aus Sicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht vor Terrorangriffen geschützt. Deshalb müsse die Bundesregierung den Castor-Transport sofort stoppen und auf ein nächstgelegenes sicheres Gelände fahren lassen, sagte Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler am Freitag in Dannenberg.

„Der Transport ist eine unverantwortliche Gefährdung der Bevölkerung.“Die Umweltschutzorganisation hatte Akteneinsicht wegen umstrittener Strahlen-Messwerte am Zwischenlager Gorleben beantragt, die Erlaubnis dafür wurde vor wenigen Tagen wieder aufgehoben. In diesem öffentlich gemachten Schreiben des niedersächsischen Umweltministeriums an Greenpeace geht hervor, dass die Betreiber aller Zwischenlager aufgefordert wurden, den Schutz vor Störmaßnahmen zu erhöhen. Dafür seien teils umfangreiche-bauliche Nachrüstungen erforderlich, heißt es.Damit gebe die Behörde erstmals zu, dass die Halle zur Zwischenlagerung der Castoren nicht sicher sei und einem Terroranschlag nicht standhalte, sagte Greenpeace-Experte Edler. In dem Brief des Landesumweltministeriums an das Greenpeace-Anwaltsbüro heißt es, die Castor-Behälter im Zwischenlager seien zum besseren Schutz „im Zuge neuerer Erkenntnisse über Tatmittel und Täterverhalten“ umgestellt worden. Der Schriftverkehr dazu könne aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt werden, weil potenzielle Angreifer sonst Hinweise auf Lagepläne bekommen könnten.Atomkraftgegner Edler sagte, das Zwischenlager müsse wegen der Sicherheitslücken eigentlich verbunkert werden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wisse um die Sicherheitsrisiken der Zwischenlager und hätte mit Frankreich einen Castor-Stopp vereinbaren sollen. Elf Castoren mit hoch radioaktiven Atommüll sind von der Wiederaufarbeitung im französischen La Hague auf dem Weg ins Zwischenlager Gorleben.   dpa 

Quelle: kreiszeitung.de

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