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13 000 Gewerkschafter gehen für Politikwechsel auf die Straße

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Frank Bsirske © picture-alliance/ dpa

Hannover - 13 000 Gewerkschafter sind zwei Wochen vor der Bundestagswahl in Hannover dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gefolgt und für einen Politikwechsel auf die Straße gegangen.

Mit seinen acht Mitgliedsgewerkschaften hatte der DGB unter dem Motto „Gute Arbeit, sichere Rente, soziales Europa, aktiver Staat“ zwei Protestzüge durch Hannovers Innenstadt organisiert. Mit 120 Bussen und einem Sonderzug waren die Teilnehmer aus ganz Niedersachsen angereist. Helga Schwitzer, Vorstandsmitglied der IG Metall, warf der Bundesregierung eine falsche Rentenpolitik vor: „Nicht einmal jeder Dritte kann sich vorstellen, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten. 42 Prozent fürchten, dass ihre Rente später nicht reicht.“ Die Entscheidung für die Rente mit 67 Jahren sei falsch, betonte sie und forderte stattdessen flexible Ausstiegsmöglichkeiten.

Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske forderte bessere Spielregeln auf dem Arbeitsmarkt: „Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn von zunächst 8,50 Euro pro Stunde. Die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen in den Branchen muss erleichtert werden. Und wir brauchen verlässliche und Existenz sichernde Beschäftigung, gleiche Bezahlung für Leiharbeit.“

Auch in Berlin, Frankfurt am Main, Mannheim und München gab es Großdemonstrationen für eine Politik, die die Arbeitnehmerinteressen stärker berücksichtigen sollte, als es bislang unter der schwarz-gelben Regierung der Fall sei. Im DGB und seinen acht Einzelgewerkschaften sind gut sechs Millionen Beschäftigte organisiert.

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