„Aus militärischen Gründen nicht nötig“

Ranghöchster Bundeswehr-Soldat sieht keine Notwendigkeit für Atomwaffen in Deutschland

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In der US-Airbase Ramstein lagerten viele Jahre Atomwaffen. Sie sollen 2017 von dort abtransportiert worden sein.

Aufrüstung in Deutschland statt INF-Vertrag? Nicht mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn. Damit die Atomwaffen-Situation auch weltweit nicht eskaliert, müsste ein neuer Akteur in die Kontrollen eingebunden werden.

Osnabrück - Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, sieht trotz des drohenden Aus für den INF-Vertrag zur Abrüstungskontrolle keine militärische Notwendigkeit zur Stationierung neuer Atomwaffen in Deutschland. „Aus militärischen Gründen ist es nicht nötig. Angesichts der heutigen Technologien brauchen wir keine Stationierung von festen Systemen auf irgendwelchen Territorien“, sagte der General der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Abwehr lasse sich heute mobil aus der Luft oder zur See gestalten.

Nachdem Russland wiederholt gegen den INF-Vertrag verstoßen haben soll, hatten die USA ihren Rückzug aus dem Abkommen angekündigt. Auch Moskau fühlt sich nicht länger daran gebunden. „Ich wünsche mir, dass wir wieder in einen Rüstungskontrollprozess hineinkommen, nicht nur unter Einbindung Russlands und der USA, sondern auch weiterer Staaten wie China“, sagte Zorn.

Deutscher Wehretat muss erhöht werden

Damit die Bundeswehr den international eingegangenen Verpflichtungen nachkommen könne, müsse sich der Wehretat weiter kontinuierlich erhöhen, fügte der ranghöchste Soldat der Bundeswehr hinzu. Die Nato-Partner registrierten durchaus die immer wiederkehrende Debatte über die Höhe des Verteidigungshaushalts. Vor allem kleinere Nato-Staaten, die nicht die militärischen Fähigkeiten wie Deutschland hätten, „prüfen uns besonders auf Glaubwürdigkeit, weil wir gesagt haben wir sind eure Partner“, unterstrich Zorn.

epd

Quelle: kreiszeitung.de

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