Kritik an der Stadt Hannover

„Gendern“ um jeden Preis? - Dieser Experte warnt vor Zerstörung der Sprache

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Peter Eisenberg hält nicht viel vom übertriebenen „Gendern“.

Hannover gibt einen umfassenden Leitfaden heraus, um für eine Gleichberechtigung von Männern und Frauen im geschriebenen Wort zu sorgen. Dieses „Gendern“ auf Druck wird nun von einem preisgekrönten Sprachforscher kritisiert.

Hannover/Potsdam - In der Diskussion um geschlechtergerechte Sprache hat der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg vor Gefahren für das Deutsche gewarnt. Er kritisierte vor allem Behörden: „Da spielt das „Gendern“ die Hauptrolle“, sagte der emeritierte Professor der Universität Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiel für „Gendern“ führte er die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover an. „Die Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache der Stadt Hannover ruiniert die Sprache“, warf der Sprachwissenschaftler der Stadt vor.

Die geschlechtergerechte Sprache will für eine Gleichberechtigung von Männern und Frauen im geschriebenen Wort sorgen - zum Beispiel mit Wörtern wie Studierende statt Studenten oder auch mit einem Stern vor der weiblichen Endung. Eisenberg kritisiert, dass mit dem sogenannten „Gendern“ vorgeschrieben werde, bestimmte Wörter nicht zu verwenden und stattdessen andere zu benutzen.

Hannover gibt „Gender„-Empfehlungen heraus

Die Stadt Hannover hat im Februar Empfehlungen dazu herausgegeben, wie die Sprache in der Verwaltung aus ihrer Sicht geschlechtergerecht verwendet werden kann. Für Anschreiben wird vorgeschlagen, die Anrede mit Herr und Frau zu vermeiden, manche Wörter sollen ersetzt werden - wie etwa Teilnehmer durch Teilnehmende. Wenn Männer und Frauen angesprochen werden sollen, wird das „Gendersternchen“ empfohlen.

Eisenberg, der für seine Verdienste um die deutsche Sprache am 19. Oktober in Kassel mit dem mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache ausgezeichnet wird, kritisierte: „Die Stadt will nun nicht das Femininum fördern, sondern das Maskulinum abschaffen. Das muss zu einem Sprachzerstörungsprozess führen. Das Wort „keiner“ soll zum Beispiel durch das Wort „niemand“ ersetzt werden. Das Wort „niemand“ ist aber ein reines Maskulinum.“

Lesen Sie auch: Mit dem Gendersternchen gegen die Gewalt der Sprache

Die Landeshauptstadt verteidigte ihre Vorschläge. „Die Verwendung geschlechtergerechter Sprache gehört unserer Ansicht nach zu einer modernen Verwaltung, die grundgesetzlichen und demokratischen Grundsätzen verpflichtet ist“, teilte Sprecherin Konstanze Kalmus mit. Diese Haltung teile auch der Deutsche Städtetag.

dpa

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