Rücksicht auf Soldatinnen

Einmannpackung: Bundeswehr zum Um-Gendern verdonnert

Auch unter Soldaten tobt die Gender-Debatte. Nun soll das Essen gegendert werden. Der Grund: Die „Einmannpackung“ werde nicht allen Geschlechtern gerecht.

Bonn – Hinter der Abkürzen EPa steckt das, was Soldaten auch als Einmannpackung kennen. Reichlich Proviant, der über Jahre haltbar ist. In der Marsch- und Feld-Verpflegung sollen Fertiggerichte wie Ravioli oder Hamburger und Instant-Kaffee Kraft für den Tag geben. Im Zuge der aktuellen Gender-Debatte ist die wertvolle Tages-Ration der Soldaten jedoch plötzlich verpönt: Weil die Einmannpackung nicht alle Geschlechter anspricht, soll bis Ende September ein neuer Name gefunden werden.

Militär der Bundesrepublik Deutschland:Bundeswehr
Aktive Soldaten:183.885 (April 2021); davon Frauen: 23.279
Gründung:12. November 1955, Westdeutschland
Hauptsitz:Bonn

Gender-Debatte in der Bundeswehr: Einmannpackung sei „nicht mehr zeitgemäß“

Die Gender-Debatte erhält immer mehr Einzug in alle erdenkliche Bereiche – das zeigt ein Blick auf Hamburg: In Hamburg-Eimsbüttel sollen Verkehrsschilder gendergerecht gestaltet werden* und auch die Hamburger Behörden, haben sich bereits auf die Gender-Sprache geeignet*. Um alle Geschlechter gleichermaßen ansprechen zu können, verständigten sie sich darauf, in der Sprache fortan auch die weibliche Form kenntlich zu machen. Nun nimmt die Gender-Sprache auch Einfluss auf die Bundeswehr.

Rund 23.000 Frauen sollen aktuell im deutschen Militärs verpflichtet sein Da sei der Begriff Einmannpackung längst „nicht mehr zeitgemäß“, heißt es etwa in einem Bericht der Bundeswehr. Darüber hinaus entspreche die Bezeichnung „auch nicht den Vorgaben der sprachlichen Gleichstellung“. Ähnlich könnte es auch Kanzlerkandidatin Baerbock sehen, die kürzlich eine Gender-Polizei forderte*.

Schon bald erhält die Einmannpackung der Bundeswehr einen neuen Namen.

Bis Ende September soll für die Einmannpackung der Bundeswehr einen neuen Namen gefunden werden

Doch, ob die Gender-Debatte bei jedem Bundeswehr-Angestellten gut ankommt, ist fraglich. Umfragen zeigten bereits, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung die Gender-Sprache ablehnen würde*. Ob in der Politik oder unter Prominenten, die Debatte wird aktuell sehr kontrovers geführt. Laut Literaturkritikerin Elke Heindenreich würde die gendergerechten Formulierungen die Sprache „verhunzen“ – und Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß möchte die Gender-Sprache am besten direkt verbieten.

Dennoch soll es jetzt nicht mehr lange dauern, bis die bekannte Einmannpackung gendergerecht wird. Bis zum 30. September hätten die Soldatinnen und Soldaten Zeit einen neuen Namen zu finden. Die Voraussetzung: Die Abkürzung EPa soll auch weiterhin erhalten bleiben. Im Zuge eines Wettbewerbs gehen die Gewinner keineswegs leer aus. Dem Sieger winken als Hauptgewinn direkt zehn EPas, die auch mit einem gendergerechten Namen den Hunger stillen sollten. *24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Chris Emil Janßen

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