Mega-Schlachthof in Wietze: Noch kein Urteil 

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Der Schlachthof Celler Land Frischgeflügel in Wietze bei Celle.

Lüneburg - Im Verfahren um den umstrittenen Geflügel-Großschlachthof in Wietze bei Celle wird am Donnerstag im Verwaltungsgericht Lüneburg doch kein Urteil fallen. Das teilte Sprecher Wolfgang Siebert überraschend mit.

Ein Ergebnis gebe es erst in etwa zwei Wochen, sagte er. Der Bau des Mega-Schlachthofes war bei Tierschützern, Anwohnern und Umweltschutzverbänden auf massive Kritik gestoßen. Nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu ist es die größte Hähnchenschlachtanlage Europas. In Wietze sollen bis zu 135 Millionen Hähnchen im Jahr geschlachtet werden, auf dem Hof arbeiten nach Angaben des Betreibers bereits 600 Menschen. Der Nabu hatte Klage gegen die Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Lüneburg eingelegt, weil er die vom Hof ausgehende Belastung durch Schwebstoffe und Stäube nicht genügend berücksichtigt sieht. „Das ist eine Gefahr für die Gesundheit der Anwohner“, sagte Nabu-Geschäftsführer Ulrich Thüre. Landschaft und Gewässer der Umgebung könnten Schaden nehmen. Außerdem müsse der Betriebs- und Verkehrslärm geregelt werden.

„Sollte der Betrieb die angesteuerte Auslastung erreichen, so rechnen wir mit rund 400 Lastwagen täglich, die durch den 8000-Einwohner-Ort rollen“. Auch müsse es mehr Regeln geben, um die Tiere in einem Brandfall zu schützen. „Weil der Betriebsgenehmigung kein gültiger Bebauungsplan der Gemeinde Wietze zugrunde liegt, ist die Genehmigung nach unserer Ansicht sogar vollständig ungültig“, erklärte Nabu-Sprecher Thüre. Für die Region hat die Anlage in Wietze laut Nabu weitreichende Folgen. Um den geplanten Bedarf zu decken, müssten allein im Umkreis von rund 100 Kilometern bis 420 neue Mastanlagen für jeweils 40 000 Tiere gebaut werden, haben die Naturschützer errechnet. Niedersachsen ist bundesweit das Geflügelland Nummer 1. Ob Hühner, Puten oder Enten - rund die Hälfte des Geflügels in Deutschland kommt nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) aus dem Norden. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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