Mord aus Eifersucht: Täter kommt in Psychiatrie

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Der Angeklagte Miguel W. (l) spricht am Mittwoch im Gerichtssaal des Landgerichts in Hannover mit seinem Anwalt Manfred Döbel (r).

Hannover (dpa) - Einen Tag vor Silvester hat ein 27 Jahre alter Mann in Hannover seine Freundin in einem Anfall von rasender Eifersucht ermordet - nun muss er wegen der Tat in die Psychiatrie.

Das Landgericht Hannover verurteilte den Mann am Mittwoch zwar auch zu 13 Jahren Gefängnis, schickte ihn aber zunächst direkt ins psychiatrische Krankenhaus nach Wunstorf. Dort soll er therapiert werden, weil er nach Ansicht eines Gutachters wegen seiner harten Kindheit paranoide Züge und eine sogenannte Borderline-Störung entwickelt hat.

„Wenn sie nicht intensiv an sich arbeiten, werden sie möglicherweise nie wieder aus der Psychiatrie rauskommen“, sagte der Verteidiger des Angeklagten in seinem Schlussplädoyer zu seinem Mandanten.

Der junge Mann kam in einem Elendsviertel in Brasilien zur Welt, fand aber als kleines Kind irgendwann nicht mehr zur Hütte seiner Eltern zurück und kam dann in ein Heim mit brutaler Hackordnung. „Man kann sich nicht vorstellen, wie das ist, nicht gesucht zu werden von seinen eigenen Eltern“, sagte Richter Wolfgang Rosenbusch. Später wurde der Junge dann von einem deutschen Paar adoptiert.

Etwa drei Monate vor der Tat kam der 27-Jährige mit der Studentin zusammen, die gerade frisch aus Nordhorn (Grafschaft Bentheim) nach Hannover gezogen war. Für die beiden jungen Leute war es die große Liebe, doch schon früher war der Mann in Beziehungen gewalttätig geworden.

Auslöser der extrem grausamen Tat zumEnde letzten Jahres war dann erneut die unbändige Eifersucht des Mannes - er glaubte, seine Partnerin habe mit seinem besten Freund etwas laufen. „Sie wollten sie umbringen, damit kein anderer sie haben kann. Sie haben schlicht und einfach das Leben eines Menschen ihrem emotionalen Besitzverlangen geopfert“, sagte Richter Rosenbusch.

In seinem Schlusswort am Mittwoch entschuldigte sich der 27-Jährige bei der Familie der Frau. „Ich würde mein Leben geben, damit sie wieder da ist“, sagte er. Der Vater der Studentin verfolgte die Verhandlung sehr aufrecht und gefasst als Nebenkläger.

Quelle: kreiszeitung.de

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