Verdacht auf Diebstahl

Flut in Deutschland: Plünderer nutzen Hilfslosigkeit der Menschen aus

Menschen kämpfen in NRW und Rheinland-Pfalz um ihr Leben und verlieren zum Teil alles. Einige Plünderer nutzen die Gunst der Stunde, um Geschäfte leerzuräumen. 

Nordrhein-Westfalen – Zahlreiche Menschen haben in Folge des Hochwassers in NRW, wegen dem ganze Orte evakuiert werden mussten, in den vergangenen Tagen fast alles verloren, was ihnen lieb und teuer war. Ihr Hab und Gut wurden in den Fluten davon gespült, Menschen ertranken vor ihren Augen in den strömenden Wassermengen und ganze Orte wurden dem Erdboden gleichgemacht. Als wäre das nicht schon schlimm genug, zeigen einige empathielose Mitbürger sich von ihrer schlechtesten Seite: Sie plündern in NRW und Rheinland-Pfalz Juweliere, Supermärkte, Drogerien und Bekleidungsgeschäfte.

Deutsches Land:Nordrhein-Westfalen
Fläche:34.098 km²
Bevölkerung:17,93 Millionen (2019)
Hauptstadt:Düsseldorf

Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz fordert bisher über 130 Tote

Das Hochwasser hat in Deutschland in den vergangenen Tagen schwere Schäden angerichtet. Besonders betroffen sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Noch immer werden zahlreiche Menschen vermisst, abertausende Bürger kämpfen um ihre Existenz oder müssen dabei zusehen, wie ihre Liebsten alles verlieren. Die Zahl der Toten ist auf über 130 gestiegen, die Hochwasser-Katastrophe wird wohl noch mehr Menschen fordern. (Stand: 17. Juli um 10 Uhr)

Zahlreiche Menschen drücken jetzt ihr Mitgefühl aus, indem sie spenden, bei den Aufräumarbeiten mit anpacken oder jenen, die ihr Haus in den Fluten verloren haben, ein Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen. Auch Politiker sind um Anteilnahme und Unterstützung bemüht: Der Bundespräsident Steinmeier reiste ins Hochwassergebiet *, neben Frank-Walter Steinmeier reiste auch Kanzlerkandidatin und Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock an. Ebenfalls Armin Laschet zeigte sich vor Ort – am selben Tag allerdings auch von seiner schlechten Seite: Der Kanzlerkandidat blamierte sich im Interview mit einer Journalistin *, in dem er unter anderem meinte, die Klimapolitik angesichts der Katastrophe nicht direkt ändern zu wollen.

Plünderungen nach Unwetter und Hochwasser: Polizei mit Hundertschaft im Einsatz

Viele Menschen nutzen die schlimme Situation jetzt aber auch schamlos aus. So auch in Stolberg in Aachen. Dort musste Erol Igneci mit ansehen, wie Plünderer sein Geschäft für Damenmode leerräumten: „Bei mir wurden Klamotten von Plünderern gestohlen. Ich wohne gegenüber, habe sie noch gesehen, aber konnte den Diebstahl nicht verhindern! Die Waren waren vielleicht etwa 1000 Euro wert. Wir brauchen hier dringend Unterstützung durch die Polizei!“

Zahlreiche Menschen nutzen das Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz und plündern Geschäfte. (24hamburg.de-Montage)

Nachdem mehrere Fälle gemeldet wurde, bei denen Verdächtige in Supermärkten, Drogerien und Juwelieren gesehen wurde, stellte die Polizei eine Hundertschaft vor Ort ab, um verlassenen Wohnhäuser und Geschäfte vor Plünderungen zu schützen. Auch die Polizei Hamburg rückte zur Unterstützung aus, um die hiesigen Einsatzkräfte zu unterstützen. So manch ein Hamburger Beamter wird da auch Erinnerungen an eigene Hochwasser-Erfahrungen sowie die eine oder andere Sturmflut in Norddeutschland im Gepäck haben – traurig unvergessen bleibt natürlich die große Sturmflut in Hamburg im Jahr 1962.

Polizei verstärkt im Einsatz: Zahlreiche Festnahmen und Anzeigen wegen des Verdachts auf Einbruchdiebstahl

Bislang wurden vor Ort drei Personen inhaftiert. Auch in Eschweiler wurde ein Mann geschnappt, der sich unbefugt Zutritt zu einer Apotheke verschafft hatte und an den Medikamenten bedienen wollten. „Dass sich mal jemand unbefugt Zutritt zu einem zerstörten Geschäft macht, kann nicht vollständig ausgeschlossen werden“, so ein Polizeisprecher gegenüber der Bild zur teils unübersichtlichen Lage vor Ort.

Zudem wurden im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz zwei Menschen wegen des Verdachts des Einbruchdiebstahls festgenommen. Die Beschuldigten seien dem Haftrichter vorgeführt worden, aber kein Haftbefehl erlassen worden, weil ein dringender Tatverdacht fehle, teilte die Staatsanwaltschaft in Koblenz am Freitag mit. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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