Havarie des Frachters „Flaminia“

Fischer fordern klare Haftungsregelung bei Schiffshavarien

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Luftaufnahme der MSC Flaminia am 21.08.2012. Das Havariekommando gab am Sonntag (26.08.2012) in Bremerhaven eine Pressekonferenz zur aktuellen Lage um den havarierten Frachter vor der britischen Westküste. Das nach einer Explosion im Juli beschädigte und noch leicht brennende Containerschiff soll nach entsprechenden Absicherungsmaßnahmen in den Tiefwasserbereich der Nordsee vor die deutschen Küste geschleppt werden.|

Oldenburg - Die Havarie des Frachters „Flaminia“ zieht weitere Kreise: Fischer fordern klare Haftungsregeln für künftige Fälle. Und die Politik spekuliert über die Kosten der Abwicklung. Trifft es am Ende den Steuerzahler?

Nach der Havarie des Containerfrachters „Flaminia“ haben die Fischer an der Nordseeküste eine klare Regelung der Haftungsfrage bei Schiffsunglücken gefordert. Die Risiken könnten nicht auf die Fischer abgewälzt werden, erklärte der Präsident des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, Dirk Sander, am Montag.

Durch den Ausbau der Häfen werde der Schiffsverkehr im Wattenmeer weiter zunehmen. Außerdem entstünden durch Windkraftanlagen Hindernisse in nie dagewesenem Ausmaß, warnte Sander. „Die Risiken müssen so gering wie irgend möglich gehalten werden. Aber für den Fall der Fälle erwarten wir, dass gerechte Lösungen parat sind“, sagte er. Sander erinnerte daran, dass erst im August der Tanker „Katja“ auf Grund gelaufen war.

Nach einem Bericht der „Welt“ (Dienstagsausgabe) könnte die Havarie auch ein Risiko für die Steuerzahler werden. „Die Abwicklung der komplexen Schadenslage ist mit nicht unerheblichen Kosten für Bund und Länder verbunden“, heißt es nach Angaben der Tageszeitung in einem internen Schreiben des Bundesverkehrsministeriums. Über die Aufteilung der Kosten sei noch zu verhandeln, heiße es im Brief eines Abteilungsleiters an Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) weiter.

Auch das Havariekommando versuche danach, eine Garantierklärung vom Eigner oder der Versicherung einzuholen. Besonders bei der Überführung des Schiffes könnten „Risiken für die Schutzgüter Mensch, Umwelt und hohe Sachwerte nicht ausgeschlossen werden“, heißt es laut „Welt“ in dem Schreiben. Ein Sprecher des Ministeriums in Berlin konnte dazu zunächst keine Angaben machen.

Ein sogenannte Fact-Finding-Team unter anderem mit Brandexperten konnte am Montag noch nicht an Bord der „Flaminia“ gehen. Es müsse besseres Wetter am Liegeplatz des Schiffes in der Nähe der Südwestspitze Englands abgewartet werden, sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Möglicherweise werde das am Dienstag der Fall sein.

Erst wenn Experten Schiff und Ladung untersucht und keine Gefahr festgestellt haben, kann der teilweise ausgebrannte Containerfrachter durch den Ärmelkanal auf eine Reede in der deutschen Bucht geschleppt werden. Dort sollen Löschwasser und Betriebsstoffe abgepumpt und die Ladung gesichert werden. Später soll die „Flaminia“ im JadeWeserPort in Wilhelmshaven festmachen.

Das unter deutscher Flagge fahrende Schiff war am 14. Juli auf der Fahrt von den USA nach Europa in Brand geraten. Ein Seemann wurde getötet, ein weiterer wird vermisst. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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