Entladung der „Flaminia“ beginnt / Reinigungswannen am Liegeplatz

Erst die unversehrte Fracht, dann das defekte Gefahrgut

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80 Container sind unbeschädigt; sie werden zunächst von Bord geholt. ·

Niedersachsen - WILHELMSHAVEN · Fast drei Wochen nach Ankunft des schwer beschädigten Containerschiffs „Flaminia“ in Wilhelmshaven hat gestern die Entladung der Fracht begonnen. Zunächst sollten 80 unbeschädigte Container von Bord geholt werden.

Die gesamte Aktion wird nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven noch mehrere Wochen dauern. „Wir haben dank der guten Zusammenarbeit der Behörden und Unternehmen einen wichtigen Meilenstein erreicht“, sagte der Leiter Hans-Werner Monsees.

Die „Flaminia“ war Anfang September nach einer wochenlangen Odyssee in Wilhelmshaven angekommen. Nach einem Brand im Atlantik wollte kein anderes Land das Schiff anlegen lassen.

95 der 153 Container mit Gefahrgut sind verbrannt oder stark beschädigt. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linken im Landtag hervor. „Die Planung der Entladung und Entsorgung ist abgeschlossen. Die theoretischen Gefahren werden Schritt für Schritt abgestellt“, sagte Monsees.

Wenn die Reinigung beendet ist, sollen die entladenen Container überprüft werden. Erst danach sollen auch defekte Behälter von Bord geholt werden. Dafür müssen spezielle Transport- und Reinigungswannen zum Teil am Liegeplatz angefertigt werden.

Das Konzept des Germanischen Lloyds sieht vor, Container und giftiges Löschwasser gleichermaßen zu entladen, um das Schiff stabil zu halten. Vorrang hätten erhitzte Container, die wegen schwelender Glutnester gekühlt werden müssen.

Abgeordnete aller Fraktionen im Landtag hatten am Donnerstag Konsequenzen aus dem Fall gefordert. Die Landesregierung solle nach den Ursachen für die Schwierigkeiten bei der Bergung der „Flaminia“ forschen. Die Politiker wollen außerdem ein verbindlicheres europäisches Notfallkonzept für Zuständigkeiten bei Schiffshavarien. Das forderte auch der Verband Deutscher Reeder in Hamburg. Die Abstimmung zwischen allen Beteiligten müsse verbessert werden. · dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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