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Afrikanische Schweinepest: Erster Fall in Niedersachsen bestätigt – Ursache unklar

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Von: Mark Stoffers

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Zwei Schweine bei einem Schweinehalter im Schlamm
Die afrikanische Schweinepest ist erstmals in einem schweinehaltenden Betrieb im Landkreis Emsland nachgewiesen worden. (Symbolbild) © Countrypixel/imago

Erster Fall von ASP in Niedersachsen bestätigt: In einem Schweinebetrieb wurde die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen. Ursache des Ausbruchs ist unklar.

Update vom 20. Juli 2022 um 22.02 Uhr: Am Mittwoch, 20. Juli 2022, haben die Landkreise Graftschaft Bentheim und Emsland einen weiteren Schritt bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gemacht. Dies sei laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) durch Inbetriebnahme eines gemeinsamen Zentrums zur Tierseuchenbekämpfung in Nordhorn erfolgt. Trotz intensiver Untersuchungen stehe allerdings bislang nicht fest, wie der Krankheitserreger auf den Betrieb gekommen war. Hermann Kramer, Leiter des Kreisveterinäramtes in der Grafschaft Bentheim, erklärte, es handele sich um einen vorbildlich geführten Betrieb. Es gebe keine Hinweise auf ein schuldhaftes Verhalten gebe es nicht. Auf anderen Betrieben wurde der Erreger noch nicht gefunden.

Update vom 2. Juli 2022 um 13:30 Uhr: Der Verdacht des ersten Falls der Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen hat sich durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt: Das gab Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) in Hannover bekannt.

ASP in Niedersachsen: Erster Fall der Afrikanischen Schweinepest in Emsbüren durch Ministerin bestätigt

„Es war leider nur eine Frage der Zeit“, erklärte die Ministerin während einer eigens einberufenen Pressekonferenz in Hannover. Dies sei „ein harter, emotionaler Schlag für die Schweinehalter bei uns im Land“. In dem vom ASP-Fall betroffenen Schweine-Betrieb im emsländischen Emsbüren würden 280 Sauen und rund 1.500 Ferkel gehalten. Alle Tiere würden am Sonntag getötet, um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

Afrikanische Schweinepest: ASP erstmals 2020 in Deutschland nachgewiesen

Der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland war erst am 10. September 2020 bestätigt worden. Damals war die Tierseuche bei einem Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen worden. Seitdem stellte man Ausbrüche von ASP in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen fest. Mitte Juli vergangenen Jahres hatte die Schweinepest erstmals in Deutschland auf Hausschweine in Nutzbeständen übergegriffen - wieder in Brandenburg.

Afrikanische Schweinepest: Für ASP gibt es keine Impfung oder Heilung für Schweine

ASP ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich endet und unheilbar ist. Darüber hinaus besteht keine Chance, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. ASP kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für Menschen und andere Tierarten ist die Afrikanische Schweinepest hingegen nicht gefährlich.

Afrikanische Schweinepest in Niedersachsen: Erster Verdachtsfall von ASP im Landkreis Emsland von Ministerin bestätigt

Erstmeldung vom 2. Juli 2022 um 8:35 Uhr: Hannover – Hat die Afrikanische Schweinepest Niedersachsen erreicht? Jedenfalls scheint es so. In einem Schweine-Betrieb im Landkreis Emsland ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Der Befund des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) liege vor, teilte das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Freitagabend mit.

Die offiziellen Untersuchungsergebnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) werden demnach im Verlauf des Vormittags am Samstag erwartet. Danach hat Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) vor, sich von offizieller Seite zum Verdachtsfall und dem Befund zu äußern. Bisher gab es in Niedersachsen keinen Nachweis.

Afrikanische Schweinepest in Niedersachsen: ASP ist wegen des wirtschaftlichen Schadens bei Schweinehaltern gefürchtet

Nach Angaben von LAVES kommt die Tierseuche ausschließlich bei Wild- und Hausschweinen vor. Die Erkrankung endet für die Tiere meist tödlich, sodass ein Großteil der Schweine ASP zum Opfer fallen. Daher ist die Afrikanische Schweinepest nicht nur bei Schweinehaltern in NIedersachsen gefürchtet. Ein Ausbruch bedeutet für die Tierhalter immer auch einen hohen wirtschaftlichen Schaden.

ASP: Ist die Afrikanische Schweinepest für Menschen gefährlich?

Für den Menschen ist ASP ungefährlich. Die Afrikanische Schweinepest wird weder durch Verzehr von Schweinefleisch, noch über Tierkontakt auf Menschen übertragen.

ASP: Was passiert bei Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest?

Beim Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in einem Betrieb, der von offizieller Seite bestätigt wurde, müssen alle Schweine sofort getötet und unschädlich beseitigt werden. Bei amtlicher Bestätigung eines Verdachtsfalls können auch Schweine von Kontaktbetrieben gekeult werden. Darüber hinaus kommt es zur Errichtung von zwei Schutzzonen um den Betrieb, um die hochansteckende Tierseuche einzudämmen.

Während die Afrikanische Schweinepest noch nicht offiziell bestätigt ist, hatte beispielsweise der Landkreis Oldenburg mit Fällen der Geflügelpest zu kämpfen. Auch der Landkreis Diepholz musste sich mit der Geflügelpest bereits im Jahr 2022 auseinandersetzen. Und nun auch noch ASP in einem Schweine-Betrieb, nachdem Jäger bereits aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest Jagd auf Wildschweine gemacht hatten.

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