Zusammenhang mit Erdgasförderung

Landkreis Verden: So heftig war das Erdbeben in Langwedel

In der Nacht von Sonntag auf Montag gab es im Landkreis Verden ein Erdbeben. Etwa 40 Menschen meldeten spürbare Erschütterungen.

Langwedel – Der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat am Montag gegen 3:00 Uhr Nachts bei Langwedel (Landkreis Verden) ein Erdbeben mit einer Lokalmagnitude von 2,9 registriert.

Landkreis:Verden
Fläche: 787,7 km²
Bevölkerung:136.792
Hauptstadt:Verden (Aller)

Der Ort des Erdbebens befindet sich östlich der Ortschaft Langwedel, unweit der Bundesautobahn 27, am südlichen Rand des Erdgasfeldes Völkersen. Auch Einwohnerinnen und Einwohner verspürten das Beben. Bis 9:00 Uhr morgens gingen rund 40 Meldungen verspürter Erschütterungen beim Erdbebendienst ein. Viele Beobachtungen stammen aus Langwedel: Berichtet wird von klappernden Fenstern und Türen sowie leichten Schäden wie Rissen in Wänden, die aber nicht strukturell sind.

Verden: Erdbeben stehen im Zusammenhang mit Erdgasförderung

Im Gebiet des aktuellen Erdbebens wurden bislang insgesamt 22 Beben registriert, von denen acht an der Erdoberfläche als Erschütterung wahrgenommen werden konnten. Die letzten Erdbeben mit Magnituden zwischen 3,0 und 3,2 in diesem Gebiet ereigneten sich am 20. November 2019.

Das aktuelle Erdbeben steht sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Erdgasförderung im Erdgasfeld Völkersen, berichtet die Deutsche Presseagentur. Die Förderung von Erdgas führe zu Spannungen im tiefen Untergrund. Wenn diese an Schwächezonen im Untergrund impulsartig abgebaut werden, kann es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen. Die genaue Ursache wird zurzeit in detaillierten Untersuchungen analysiert.

Der 2019 durch ein Erdbeben entstande Riss ist am Haus von Julia Thöle in Verden zu sehen.

Erdbeben in Langwedel: Keine Erdgasförderung im Landkreis Verden

2020 verkündete Erdgasförderer Wintershall Dea, dass keine neuen Bohrungen im Landkreis Verden ausgeführt und die Fördermenge weiter reduziert werden.

Anwohner, die das aktuelle Ereignis verspürt haben, können ihre Beobachtungen über einen Fragebogen auf der Internet-Seite des LBEG melden. Die dort gemachten Angaben werden für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Ereignisses genutzt.

Der NED am LBEG überwacht als staatlicher seismologischer Dienst die Erdbebentätigkeit in Niedersachsen und den angrenzenden Gebieten. Die fachlichen Arbeiten werden in enger Kooperation mit dem Erdbebendienst des Bundes an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) durchgeführt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/ dpa

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