Enorme Kosten durch Schlaglöcher in Niedersachsen

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Die Straßenschäden in Niedersachsen sind nach dem anhaltenden Frost immens.

Hannover - Die Straßenschäden in Niedersachsen sind nach dem anhaltenden Frost immens. In einigen Regionen gibt es schon jetzt mehr Schlaglöcher als in der gesamten Wintersaison 2009/2010, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Der Städte- und Gemeindebund rechnet bis Ende des Winters mit einem Gesamtschaden von etwa 700 Millionen Euro. Landesweit sind Kolonnen im Einsatz, um die Löcher zu stopfen. Bislang sind aber nur provisorische Flickarbeiten möglich, weil ein erneuter Winterausbruch jederzeit möglich ist.

„Durch diesen und den letzten Winter bedingt haben wir voraussichtlich Schäden von einer Milliarde Euro“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds (NSGB), Thorsten Bullerdiek, in Hannover. Im vergangenen, außergewöhnlich harten Winter seien Schäden zwischen 350 und 400 Millionen Euro entstanden. Dieselbe Summe sei in dieser Saison schon jetzt erreicht. „Eigentlich hat jede größere Straße im Land Schäden aufzuweisen“, sagte die Sprecherin des ADAC in Niedersachsen, Christine Rettig.

Da der Etat für die Beseitigung der Schäden sich in vielen Kommunen als zu gering erweist, sollen in einigen die Mittel aufgestockt werden. In Hannover werde das Budget für die Reparatur und nachhaltige Verbesserung der Straßen für 2011 voraussichtlich um 500.000 Euro auf zwei Millionen Euro erhöht, sagte Sprecher Dennis Dix.

Braunschweig berät laut Pressesprecher Rainer Keunecke derzeit darüber, zusätzliche 1,5 Millionen Euro bereitzustellen. Die Kreisstraßen in der Region Hannover und Fahrbahnen in der Stadt Braunschweig sind schon jetzt stark in Mitleidenschaft gezogen. „Wir haben deutlich mehr Schäden an den Straßen als im letzten Winter und rechnen daher mit einem erhöhten Aufwand bei der Sanierung“, erklärte der Sprecher der Region Hannover, Klaus Abelmann.

„Es zeichnet sich bereits ab, dass die Schäden nach diesem Winter höher sein werden als in den vergangenen Jahren“, hieß es bei der Stadt Braunschweig. Im Land Bremen sei die Situation mit dem vergangenen Winter vergleichbar, sagte der Sprecher des Amts für Straßen und Verkehr, Martin Stellmann. Glimpflicher sieht es derzeit noch in Osnabrück und Lüneburg aus: „Es ist noch halbwegs erträglich“, sagte Kurt Santjer, in Osnabrück für die Straßenunterhaltung zuständig. In Lüneburg sei der Zustand der Straßen „nicht so schlimm wie im letzten Jahr“, sagte die dortige Sprecherin.

Noch ist der Winter aber nicht vorbei. In Oldenburg fürchtet man deshalb den nächsten Frost: „Das ganz große Problem wird sicherlich noch kommen“, sagte Johann de Buhr vom Verkehrsamt. Beim aktuellen Regenwetter gerate Wasser in die Straßenritzen, so dass der Asphalt beim nächsten Kälteeinbruch gesprengt werde. Deshalb schickt die Stadt seit Ende vergangener Woche jeden Tag Kolonnen los, um die Löcher möglichst schnell zu füllen.

Gleiches geschieht landesweit, wobei die Kommunen ihre Straßen derzeit nur provisorisch flicken: „Auch wenn der Winter noch andauert, sind wir schon dabei die großen Löcher zu flicken“, erklärte auch die Sprecherin der Stadt Hildesheim, Marion Dobias. „Notwendige Reparaturen werden kurzfristig gemacht, allerdings ist das natürlich keine nachhaltige Reparatur“, sagte Dix in Hannover.

Für die schnellen Auffüllarbeiten verwenden die meisten Kommunen ein Kaltmischgut statt dem üblichen Heißasphalt. Diese schnelle Flickmethode ist laut dem ADAC langfristig problematisch: „Es rächt sich jetzt einfach, dass in den letzten Jahren so viel Flickschusterei betrieben wurde. Die Spirale dreht sich jetzt immer weiter, weil nicht gründlich saniert wurde“, sagte Rettig.

Der Frost des vergangenen Winters hängt auch der Stadt Stade noch nach. Es gebe immer noch Straßenschäden aus der letzten Saison, die aus Zeit- und Geldmangel noch nicht repariert werden konnten, sagte der 1. Stadtrat Dirk Kraska. Manche Straßen sind mittlerweile in einem so desolaten Zustand, dass sie nun gründlich saniert werden müssen.

In Goslar werde derzeit geprüft, ob und wo eine Grundsanierung notwendig sei, sagte eine Sprecherin. Auch für die Autofahrer sind die Schlaglöcher schon zum Problem geworden. Auf der Autobahn A7 hatte ein riesiges Schlagloch am Donnerstag zu einem kilometerlangen Stau geführt. Während der Arbeiten musste die mittlere Fahrbahn bei Hedemünden (Landkreis Göttingen) gesperrt werden - die rechte Spur war wegen starker Schäden ohnehin nicht befahrbar.

Die meisten Städte sind bislang jedoch ohne größere Straßensperrungen ausgekommen. Es seien noch alle Straßen befahrbar, hieß es unter anderem in Bremen und Salzgitter.

Quelle: kreiszeitung.de

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