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Energiekrise: Schwimmbäder kälter und Saunen bleiben dicht

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Von: Andree Wächter

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Die Preise für Gas und Strom steigen. Um Kosten abzufedern, werden viel Hallenbäder weniger beheizt und Saunen nicht geöffnet.

Hannover/Bremen – Schwimmen und in die Sauna gehen, ist gesund. Die Freibadsaison ist beendet und die Hallenbäder öffnen. Der regelmäßige Besuch stärkt das Immunsystem und beugt so Erkältungen und einer Grippe vor. Doch beide Einrichtungen verschlingen viel Strom und Gas. Sollte es keine Altverträge geben, ein teures Vergnügen. Um den Gasverbrauch zu reduzieren und die (kommunalen) Haushalte weniger zu belasten, ergreifen die Betreiber wenig beliebte Maßnahmen, wie der Wegfall von Warmbadetagen. Es sind schwierige Zeiten für die Bäder.

OLantis Huntebad Oldenburg7 Becken
Soltau Therme7 Saunen
Königliche Kristalltherme Seelze7 Saunen
Carpesol SPA Therme6 Thermal- und Solebecken

Schwimmbäder in Niedersachsen und Bremen senken Wassertemperatur aufgrund der Energiekrise

Viele Schwimmbäder in Niedersachsen und Bremen haben wegen der Energiekrise schon jetzt ihre Wassertemperatur gesenkt. Auch viele Saunas bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in mehreren Kommunen hervor. Einige Betreiber befürchten einen Besucherrückgang.

In den städtischen Hallenbädern in Hannover beispielsweise wurde die Temperatur in den Schwimmerbecken auf 25 Grad reduziert, in den Nichtschwimmerbecken auf 28 Grad, sagte Stadtsprecher Udo Möller. Je nach Standort seien die Becken nun also ein bis zwei Grad kälter als gewöhnlich. Zudem wurden Wasserspiele und Massagedüsen außer Betrieb genommen. „Die Saunabereiche werden nicht geöffnet, die Beleuchtung wird auf das für die Verkehrssicherung zwingend notwendige Maß reduziert“, sagte Möller. Auch die Raumtemperatur in den Duschen (25 Grad), Umkleidebereichen (23 Grad) und Eingangsbereichen (21 Grad) sei reduziert worden.

Saunen in Bremen bleiben zu

Auch in Hallenbädern in Bremen wurde die Wassertemperatur um zwei Grad gesenkt. „Das sind immer noch Wohlfühltemperaturen, das ist kein Grund, um im Neoprenanzug zu kommen“, findet Susanne Klose, Sprecherin der Bremer Bäder. Nur durch das Senken der Wassertemperatur könne man etwa 25 Prozent Energie einsparen. „Das ist ja schon mal eine Hausnummer.“ Außerdem bleiben auch in Bremen die Saunas erstmal zu. „Die wären ja normalerweise schon im Gang um diese Zeit. Wir haben noch nicht entschieden, wann und ob wir sie öffnen werden“, sagte Klose.

An den Duschtemperaturen wurde in Bremen nichts verändert. „Dass die Bäder schließen oder Schwimmunterricht ausfallen muss, ist das Letzte, was wir wollen“, sagt die Bäder-Sprecherin mit Blick auf Herbst und Winter. Sie halte das auch nicht für realistisch.

Schwimmbad
Wegen der Energiekrise wird die Wassertemperatur in den Hallenbädern abgesenkt. © Sina Schuldt/dpa

Bei einem möglichen Abstellen der Duschen ist zu beachten, dass eine Legionellengefahr besteht. Die Bakterien fühlen sich pudelwohl, wenn das Wasser länger in einer Leitung steht und 30 bis 45 Grad hat. Um eine Vermehrung entgegenzuwirken, ist ein regelmäßiger Wasserfluss die einfachste Lösung, schreiben Verbraucherschützer. Die Bakterien sind in geringer Menge für den Menschen ungefährlich, schreibt die Apotheken Umschau.

In Osnabrück wurden nicht nur die Wassertemperaturen reduziert, im Hallenbad des Moskaubades wurden zudem die Warmbadetage gestrichen und das Ganzjahresaußenbecken außer Betrieb genommen. „Natürlich gehen Maßnahmen wie die Reduzierung der Wassertemperatur zulasten der Attraktivität unserer Bäder“, sagte Sebastian Philipp von den Stadtwerken Osnabrück.

Grund unklar: Weniger Besucher in Göttingen

In Göttingen gibt es bereits einen Besucherrückgang, wie Alexander Hirt von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH sagte. „Wir wissen nicht, ob das auf die Temperatur in den Hallen zurückzuführen ist. Es kann auch sein, dass das Geld nicht mehr da ist oder die Menschen aus Angst vor dem Winter jetzt schon sparen.“

Der Blick auf den Winter besorgt auch Dennis Ströh von der Bäderbetriebsgesellschaft Oldenburg: „Bei weiteren Maßnahmen, vor allem im Erlebnisbad, sind deutliche Besucher- und Umsatzverluste zu befürchten.“

In Wildeshausen denkt man schon an die kommende Freibadsaison. Bei einer CDU-Umfrage haben sich 606 Einwohner für die Sanierung des Freibades ausgesprochen.

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