Endspurt in Bad Essen zur Landesgartenschau

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Landschaftsgärtner Alexander Parlmeyer hält in Bad Essen (Landkreis Osnabrück) eine Riesen-Steppenkerze in der Hand.

Bad Essen (dpa) - Drei Monate sind es nur noch, dann soll in Bad Essen bei Osnabrück die vierte niedersächsische Landesgartenschau eröffnen. „Ein Bad im Blütenmeer“ verspricht die Kurstadt am Rande des Wiehengebirges den erwarteten 400.000 Besuchern.

Wer das Gartenschaugelände zurzeit besichtigt, braucht allerdings nicht nur Gummistiefel gegen knöcheltiefen Schlamm, sondern auch viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass die Blütenträume Wirklichkeit werden. Der Kurpark erwacht gerade erst aus dem Winterschlaf. Eis und Schnee haben die ohnehin schon knappe Vorbereitungszeit von nur einem Jahr noch einmal verkürzt.

„Das tut natürlich weh, dass wir durch die kalte Witterung noch einmal ein paar Tage verloren haben“, sagt Heinrich Sperling, Geschäftsführer der Gartenschau. Dem vielen Schnee der vergangenen Wochen können er und sein Team dennoch auch Gutes abgewinnen. „Der Schnee hat den Boden vor tiefgreifendem Frost beschützt“, weiß Baustellenleiter Frank Nolte. Jetzt, wo der Schnee taut, können Noltes Männer ohne allzu große Mühe die letzten 500 von über 100.000 Blumenzwiebeln setzen. Tulpen, Narzissen, Steppenkerzen und Zierlauch kommen in frischen Mutterboden. Ob sie pünktlich zum Start der Gartenschau blühen, weiß Nolte allerdings nicht: „Das hängt natürlich davon ab, wie sich das Wetter entwickelt.

Ein Schaubild vom geplanten Gradierwerk wird vor die Baustelle der Anlage gehalten.

„Gerade hat Nolte mit einer Baumschule aus Hamburg telefoniert. Als nächstes sollen Büsche, Hecken und Sträucher gepflanzt werden. Bis zu 200 Büsche und 30 laufende Meter Hecken gilt es zu bestellen. Noch fehlen auch die über 10.000 Schwarzdorn-Bunde, die die im Bau befindliche „Sole-Arena“ bedornen sollen. 600.000 Euro kostet alleine dieses kleine Gradierwerk. Der Umriss und die Dimension des rundförmigen Sole-Bauwerks ist bereits erkennbar, jetzt geht es ans Betonieren der Sockel-Konstruktion. „Wir wollten schon viel früher damit anfangen, aber es war einfach zu kalt. Fürs Betonieren brauchen wir Temperaturen von mindestens null Grad“, berichtet Polier Mike Twelker.

Landesgartenschau-Praktikantin Franziska Holthaus präsentiert Gartenschau-Maskottchen „Blütenbert“.

Sehr viel weiter sind die Arbeiten an der „Himmelsterrasse“, einer aus mehr als 1.000 aufeinandergeschichteten Rundhölzern bestehenden Aussichtsplattform. Dagegen ist von der geplanten „Waldbühne“, auf der einmal Stars wie Katja Ebstein für Unterhaltung sorgen sollen, noch kaum etwas zu sehen. Aber auch Baustellenleiter Nolte gibt sich zuversichtlich, das alles rechtzeitig fertig wird. Um den Rückstand im Zeitplan aufzuholen, müssen die Arbeiter jetzt allerdings tüchtig in die Hände spucken. Geschäftsführer Sperling hat mit den beteiligten Firmen bereits über verlängerte Arbeitszeiten und zusätzliche Samstagsschichten gesprochen.

Stressig ist die heiße Vorbereitungsphase auch für „Blütenbert“, das Maskottchen der Gartenschau. Etliche Foto- und Werbetermine muss das Kerlchen absolvieren. Angesichts des prallen Terminkalenders suchen Geschäftsführer Sperling und sein Team weiterhin Freiwillige, die in „Blütenberts“ Kostüm schlüpfen. Einziges Kriterium: Die Bewerber dürfen nicht größer als 1,80 Meter sein. Gelassener geht es für den „Blütenbert“ im Kleinformat zu. Die über 5.000 bereits fertig produzierten Stoff-Figuren können entspannt warten, bis sie von Kindern in die Arme geschlossen werden.

Quelle: kreiszeitung.de

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