1. az-online.de
  2. Niedersachsen

Ehemann bestreitet Mordversuch mit vergiftetem Käse

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
© dpa

Braunschweig - Im Prozess um zwei Mordversuche an seiner Ehefrau hat der Angeklagte am Dienstag die Tatvorwürfe bestritten. Er habe weder den Harzer Käse seiner Frau vergiftet, noch versucht, sie zu erschießen, sagte der 57-Jährige vor dem Braunschweiger Landgericht.

Von der Angelegenheit mit dem Käse habe er nichts gewusst, erklärte der Beschuldigte. Sein Gewehr habe er nur in der Hand gehabt, weil er eigentlich gerade zur Fuchsjagd aufbrechen wollte. Nachdem er mit seiner Frau zusammengetroffen war, habe er seine Absicht geändert: „Sie hat plötzlich gesagt, unser Haus sei verkauft. Da wollte ich rausgehen und mir den Kopf wegschießen.“ Die Anklage geht davon aus, dass der gelernte Konditor seine Frau töten wollte. Grund seien die Trennungsabsichten der 52-Jährigen gewesen. Der Beschuldigte habe auch gewusst, dass seine Frau eine Beziehung mit einem anderen Mann begonnen hatte.

Das mutmaßliche Opfer wiederholte im Zeugenstand seine Schilderung der Vorfälle. Vom Verkauf des Hauses habe sie „kein Wort gesagt“, betonte die 52-Jährige. Ihr Mann habe sie vielmehr mit der Waffe in der Hand durch das Haus verfolgt, schilderte die Frau und fügte schluchzend hinzu: „Ich hatte nur noch Angst“. Sie habe sich ohnehin von dem Angeklagten bedroht gefühlt, weil er sie einige Monate zuvor auf einem Parkplatz körperlich angegriffen hatte. „Deshalb habe ich auch darauf bestanden, dass die Jagdwaffen aus dem Haus kommen.“ Ihr Mann müsse die Gewehre jedoch heimlich zurückgeholt haben. Schon mehrfach habe sie das Gefühl gehabt, „er wollte mich mit irgendetwas vergiften.

Zerrüttet sei die Ehe vor allem wegen der Jagdleidenschaft ihres Mannes, sagte die 52-Jährige weiter. Seit er dieses Hobby für sich entdeckt habe, sei er kaum noch bei ihr und den drei Kindern gewesen. Der Arbeitsplatzverlust des Beschuldigten und seine daraus entstehenden psychischen Probleme hätten die Situation weiter verschärft. Darüber mit ihrem meist in sich gekehrten Mann zu sprechen, sei ihr allerdings kaum gelungen. „Er ist ja eher ein ruhiger Typ“, sagte die Zeugin. Die Verhandlung wird im September fortgesetzt.

Auch interessant

Kommentare