In ehemaligem Bundeswehrkrankenhaus werden Flüchtlinge auf

Viertes Aufnahmelager bietet 600 Plätze

+
Das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus am Natruper Holz in Osnabrück: Ab Dezember sollen dort Flüchtlinge in einem Landesaufnahmelager untergebracht werden.

Osnabrück - Ein ehemaliges Bundeswehrkrankenhaus in Osnabrück wird das vierte Landesaufnahmelager für Flüchtlinge in Niedersachsen. Bis Ende 2015 sollen in der früheren Klinik 600 Plätze zur Verfügung stehen. „Das hilft den Kommunen, da sich die aktuell sehr kurzen Vorlaufzeiten zur Aufnahme neuer Flüchtlinge mittelfristig verlängern werden“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) gestern in Hannover. Gemeinsam mit der vor wenigen Tagen eingerichteten Außenstelle der Landesaufnahmebehörde in Hildesheim mit 174 Plätzen werde die Kapazität in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes bis Ende 2015 um knapp 50 Prozent erhöht.

Das Innenministerium suchte landesweit nach einem Standort, weil die anderen Aufnahmelager in Bramsche, Friedland und Braunschweig wegen der hohen Flüchtlingszahlen seit Monaten hoffnungslos überfüllt sind. Laut Pistorius sind die Lager um bis zu 70 Prozent überbelegt. Viele niedersächsische Kommunen hatten in den vergangenen Monaten über die Flüchtlingszuweisungen geklagt. Ein Kritikpunkt dabei war die auf der Überbelegung basierende kurze Vorlaufzeit bei der Zuweisung.

Bereits Mitte Dezember sollen die ersten 150 Menschen in Osnabrück ankommen. Sie stammen zunächst aus anderen Erstaufnahmelagern. Bis zum Frühjahr sollen dann weitere Kapazitäten für etwa 300 bis 350 Flüchtlinge zur Verfügung stehen, ab Mitte 2015 dann für etwa 600. „Das alte Bundeswehrkrankenhaus im Natruper Holz kann für diesen Zweck ohne teure Sanierung genutzt werden“, sagte Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU). Er hatte seinem Amtsvorgänger Pistorius die ehemalige Klinik vorgeschlagen. Der Mietvertrag habe eine Dauer von zehn Jahren, die jährliche Miete betrage 800000 Euro. Für den Umbau stehen 4,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Ich halte den Standort für außerordentlich gut geeignet“, sagte Pistorius. Er lobte, dass das Gebäude nicht weit außerhalb der Stadt sei. Die Stadt Osnabrück bekommt die 600 Flüchtlinge im Erstaufnahmelager künftig auf ihre Zuteilungsquote angerechnet. Das bedeutet, dass die Stadt keine Flüchtlinge darüber hinaus unterbringen muss. Laut Griesert eine gute Nachricht, denn wie in anderen Hochschulstädten seien Wohnraum und damit mögliche Unterbringungsmöglichkeiten knapp.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare