Warnung vor Gemüse aus dem Norden - Agrarland Niedersachsen betroffen

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Das Robert Koch -Institut warnt davor, rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland zu essen.

Hannover - Während Experten weiter fieberhaft nach der Ursache der Infektionswelle mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC in Norddeutschland suchen, soll ab heute eine Überprüfung von Gemüsebaubetrieben anlaufen.

Das Robert Koch-Institut hatte am Mittwochabend vor dem Verzehr von Salatgurken, Blattsalaten und rohen Tomaten insbesondere aus Norddeutschland gewarnt. Eine epidemiologische Studie in Hamburg habe gezeigt, dass EHEC-Erkrankte diese Gemüse deutlich häufiger verzehrt hätten als gesunde Vergleichspersonen, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) zusammen mit dem Institut für Risikobewertung mit. Es steht den Angaben zufolge noch nicht fest, ob nur eines oder mehrere dieser drei Lebensmittel mit der Erkrankungswelle zusammenhängen.

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Abend erklärte, seien ein Schwerpunkt der nun startenden Kontrollen Gemüsebetriebe im Großraum Hamburg. Grund sei, dass es in Hamburg eine auffällige Häufung von EHEC-Fällen gegeben habe. Möglicherweise hätten die Betroffenen im Verdacht stehendes Gemüse verzehrt, das aus Betrieben im Umland stammen könne. Aber auch andere Betriebe in Niedersachsen, bei denen ein Verdacht zu erkrankten Patienten erkennbar sei, sollen untersucht werden.

Die zuständige Lebensmittelkontrolle ist angewiesen worden, Proben zu nehmen. Niedersachsen als Agrarland Nummer eins ist von der Warnung besonders betroffen. Wie eine Sprecherin des Landesbauernverbandes in Hannover erklärte, laufe die Gemüsesaison in Niedersachsen gerade erst an. Es seien allenfalls erste Tomaten und Salate aus dem Anbau in Gewächshäusern in den Handel gekommen.

Derzeit erlebe Deutschland den stärksten je registrierten EHEC-Ausbruch, sagte RKI-Chef Reinhard Burger am Mittwochabend. Beim aktuellen Krankheitsausbruch sind zwei Frauen nachweislich an einer EHEC-Erkrankung gestorben. Die Zahl der Patienten, die sich mit EHEC infiziert haben, nimmt rasch zu. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind deutschlandweit mehr als 600 Fälle registriert, von denen aber noch nicht alle bestätigt sind.

Quelle: kreiszeitung.de

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