Dürre ist die Ursache

Landwirte erwarten eine der schlechtesten Kartoffelernten überhaupt

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Die Dürre im Sommer hat auch die Kartoffelernte ordentlich geschrumpft. Niedersachsen produziert rund 40 Prozent des bundesweiten Ertrags.

Springe - Angesichts dramatischer Ernteeinbrüche drohen Deutschlands Verbrauchern bei den Kartoffelpreisen Steigerungen von bis zu 30 Prozent. „Wir erwarten eine der kleinsten Kartoffelernten, die wir jemals in Deutschland hatten“, sagte Martin Umhau von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).

Das Aufsichtsratsmitglied des Agrarverbands verweist auf Prognosen, wonach die deutsche Kartoffelernte dieses Jahr wegen der Dürre zwischen 8,5 Millionen und zehn Millionen Tonnen betragen könnte - im Vorjahr hatte sie noch bei 11,7 Millionen Tonnen gelegen. 

Vor dem Auftakt der Kartoffelfachmesse PotatoEurope 2018, die am Mittwoch auf dem niedersächsischen Rittergut Bockerode in Springe (Region Hannover) beginnt, wies Umhau zudem auf verändertes Verbraucherverhalten hin. Angesichts des demografischen Wandels mit immer kleineren Familien ginge der Trend schon seit Jahren weg von der Speisekartoffel und hin zu verarbeiteten Produkten wie Kroketten oder Puffern, sagte der Kartoffelbauer aus der Nähe von Leipzig. 

Im Fokus von Europas größter Kartoffelmesse stehen die Dürrefolgen. Weitere Schwerpunktthemen der nach vier Jahren erneut in Deutschland stattfindenden PotatoEurope werden Züchtung, Düngung, Verarbeitung, Produktionstechnik, Pflanzenschutz und Handel sein. Knapp 240 Aussteller aus 14 Ländern haben nach Angaben der Organisatoren ihre Teilnahme zugesagt. Der Veranstalter DLG erwartet rund 10.000 Besucher. 

Niedersachsen gilt als Deutschlands Kartoffelbundesland Nummer eins. Es stellt rund 40 Prozent der bundesweiten Kartoffelerzeugung. Bereits beim Getreide haben Experten von der schlechtesten Ernte seit über 40 Jahren gesprochen.

Hintergrund: Produktion und Verbrauch

Größter Produzent ist heute China, gefolgt von Indien, Russland, der Ukraine und den USA. Deutschland kommt erst auf Platz sechs. Gut 11,7 Millionen Tonnen wurden 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bundesweit geerntet, in China sind es jährlich rund 100 Millionen Tonnen. 

Im Vorjahr wurden Kartoffeln bundesweit auf mehr als 250.000 Hektar angebaut, allein 112.000 davon in Niedersachsen. Der deutsche Verbrauch lag 2016/2017 laut Bundes-Agrarministerium bei 58 Kilogramm je Einwohner. Der Preis für Kartoffeln ist in den vergangenen zehn Jahren bis 2017 mit einer Steigerung von 5,2 Prozent relativ konstant geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Kartoffelpreis 2017 um 5,9 Prozent.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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