Skandal um Futtermitteln:

Neue Beweisanträge ziehen Dioxin-Prozess in die Länge

+
Ein 48 Jahre alter Geschäftsführer (r) eines Futtermittelherstellers aus Damme sitzt im Dioxin-Prozess neben seinem Anwalt Frank Roeser im Amtsgericht von Vechta (Niedersachsen).

Vechta - Im deutschlandweit ersten Prozess nach dem Dioxin-Skandal in Futtermitteln ist vorerst kein Ende absehbar. Statt der erwarteten Plädoyers vor dem Urteil gab es am Donnerstag vor dem Amtsgericht Vechta neue Beweisanträge der Verteidigung.

Einer der Anwälte will die Staatsanwältin des Verfahrens als Zeugin hören. Sie soll neuere Ermittlungsergebnisse nicht weitergeleitet haben, so der Vorwurf. Das Gericht muss den Antrag noch prüfen und will die Verhandlung am 10. Dezember fortsetzen. In dem Prozess wird einem 63 Jahre alten Angeklagten und seinem 48 Jahre alten Kollegen vorgeworfen, mit Dioxin verseuchtes Futterfett verkauft und als unbedenklich bescheinigt zu haben.

Die zwei früheren Geschäftsführer eines Futtermittelunternehmens aus Damme (Kreis Vechta) müssen sich bereits seit einem halben Jahr wegen Verstößen gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch verantworten. Beide Angeklagten sollen von dem Gift in dem Futter gewusst haben. Bei einer Verurteilung droht ihnen eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Der Dioxin-Skandal war Ende 2010 bekanntgeworden. Eine Firma aus Schleswig-Holstein hatte verunreinigtes Futterfett verkauft - unter anderem an den Betrieb aus Damme. Dieser stellte wie andere Betriebe auch Tierfutter her und belieferte zahlreiche Höfe. Nachdem Kontrolleure Dioxin in Fleisch und Eiern gefunden hatten, ließen die Behörden Zehntausende Schweine und Hühner töten.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare