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Corona-Inzidenz in Niedersachsen erreicht neuen Rekordwert

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Von: Johannes Nuß

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Eine Spritze wird mit dem Corona-Impfstoff von BionTech/Pfizer aufgezogen, daneben montiert Virologe Christian Drosten.
Während die Infektionszahlen in Deutschland und Niedersachsen blickt Top-Virologe Christian Drosten optimistisch in die Zukunft. Wenn ältere Menschen und Risikopatienten eine vierte Impfung erhalten, könnte im kommenden Winter die Pandemie zu Ende sein. (kreiszeitung.de-Montage) © Jörg Carstensen/dpa & Sven Hoppe/dpa

Während die Corona-Inzidenz in Niedersachsen weiter in die Höhe schießt, glaubt Top-Virologe Christian Drosten an ein Pandemie-Ende in 2022 – unter einer Bedingung.

Hannover – Die Coronazahlen in Deutschland und Niedersachsen schießen weiter in die Höhe. War es bis zum Herbst noch die Delta-Variante des Coronavirus, ist es mittlerweile die Omikron-Variante, die das Pandemiegeschehen bestimmt. Inzwischen sind die Infektionszahlen so hoch, dass die Politik in Hannover die sogenannte Winterruhe bis in den Februar hinein verlängert hat, was unter anderem härte Corona-Regeln in Niedersachsen nach sich zieht und auch, dass die Gastronomie in Niedersachsen weiter unter Corona leidet.

Bundesland in Deutschland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil

Corona in Niedersachsen: Aktuelle Inzidenz besiegelt den nächsten Rekordwert

So meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagvormittag, 17. Januar 2022, für ganz Niedersachsen eine 7-Tage-Inzidenz mit einem Wert von 431,0 (Vortag: 417,1). Mit dieser Zahl wird angegeben, wie viele Menschen sich in den vergangenen sieben Tagen mit Covid-19 infiziert haben – heruntergerechnet auf 100.000 Einwohner. Die höchste Inzidenz in Niedersachsen weist weiterhin der Stadtkreis Delmenhorst mit 1249 (Vortag: 1248) aus, den niedrigsten Stand verzeichnete am Montagmorgen der Landkreis Wittmund mit einem Wert von 193,4. Im Landkreis Verden lag der Wert am Montagmorgen bei 846,8.

Corona in Niedersachsen: Stadtkreis Delmenhorst mit Inzidenz von 1249 weiterhin Spitzenreiter im Land

Für ganz Deutschland lag die Inzidenz am Montagmorgen, 17. Januar 2022, bei 528,2 (Vortag: 515,7). Die höchste Inzidenz in ganz Deutschland weist derzeit in Berlin der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg auf. Hier lag die Inzidenz am Montagmorgen bei 1596,3. Im kleinsten Bundesland Bremen liegt die 7-Tage-Inzidenz mit mehr als 1400 deutlich über den Corona-Zahlen in Niedersachsen.

Die entspricht 2582 Neuinfektionen in Niedersachsen mit dem Coronavirus. Somit infizierten sich im ganzen Land innerhalb der vergangenen sieben Tage 34.498 Menschen mit Covid-19. Inzwischen haben sich mehr als eine halbe Million von rund acht Millionen Niedersachsen mit dem Virus mindestens einmal infiziert. Einen neuen Todesfall gab es in Niedersachsen am Montagmorgen nicht zu beklagen

Unterdessen gibt es ein bisschen Entspannung, was die Belegung der Intensivstationen im ganzen Land angeht. Waren am Sonntag, 16. Januar 2022, noch im Schnitt 6,3 Prozent der Betten im ganzen Land mit Corona-Patienten belegt, sank der Wert am Montag auf 5,5. Die Hospitalisierungsinzidenz hingegen stieg leicht von 4,8 auf 4,9.

Corona in Deutschland: Wann ist die Corona-Pandemie vorbei?

Während also das Coronavirus weiter mit der Omikron-Variante in Deutschland wütet, zeigt sich Deutschlands Top-Virologe und Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, ungewöhnlich optimistisch, was das Ende der Corona-Pandemie* angeht. Seiner Einschätzung nach könnte es nämlich noch im Jahr 2022 mit der Pandemie vorbei sein. Wie er dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel sagte, sei er sich „komplett sicher“, dass das Leben dann wieder wie vor der Pandemie werde. Laut Drosten könnte das Erreichen der endemischen Phase im kommenden Winter eintreten.

Wie Drosten in dem Interview erklärte, sei ihm bereits im Januar 2020 bewusst gewesen, dass es sich bei dem Coronavirus beziehungsweise bei Sars-CoV-2 um ein wirklich ernstzunehmendes Virus handle. Ihm sei jedoch nicht ganz klar gewesen – genau wie vielen anderen seiner Kollegen auch – wie ansteckend das Virus sein würde. Er lobte in diesem Zusammenhang auch die chinesische Regierung, die mit dem frühen und harten Lockdown genau richtig reagiert hätte.

Corona in Deutschland: Top-Virologe Christian Drosten sieht Omikron-Variante als Chance für Pandemie-Ende

Drosten sieht trotz der hohen Ansteckungszahlen die Omikron-Variante des Coronavirus als „Chance“. Hätten frühere Varianten wie Alpha oder Delta besser an den Menschen angepasst, sei dies bei Omikron nicht unbedingt der Fall, es handele sich dabei um eine Immunflucht-Variante. „Das ist eine Reaktion auf die sich entwickelnde Bevölkerungsimmunität“, so der Top-Virologe zum Tagesspiegel. Dies sei eine der Bedingungen, um der Pandemie Herr zu werden.

Doch, auch wenn die richtigen Schritte inzwischen gesetzt wurden und mit den Impfungen die Bevölkerungsimmunität vorangetrieben wird, ist aus Sicht von Drosten eine vierte Impfung gegen eine Infektion mit Covid-19 dringend notwendig. Zwar ist der Verlauf der Omikron-Variante nach den bisherigen Erkenntnissen eher mild, doch durch die hohen Ansteckungsraten würde dieser Effekt eben wieder zu nichte gemacht.

Um diesem Effekt beizukommen und, um die Bevölkerungsimmunität zu erreichen, fordert Drosten eben diese vierte Impfung. Vor allen Dingen ältere und gefährdete Menschen müssten kurz dem Erreichen der endemischen Phase nochmals geboostert werden.

Impfungen gegen das Coronavirus: Vierte Impfung für Vorerkrankte und Risikopatienten notwendig

Um eben diese endemische Phase zu erreichen, müsse bei der Impfung nachgesteuert werden, so Drosten. Auch sagte der Virologe, dass es sehr wahrscheinlich „eine angepasste Impfung geben müsse“ und, dass „möglicherweise ab dem zweiten Quartal große Teile der Bevölkerung, vielleicht sogar alle, noch einmal mit einer Update-Impfung gegen Omikron*“ gespritzt werden müssen. Dies aus dem Grund, weil die Drittimpfung beziehungsweise Booster-Impfung nicht auf Dauer gegen Omikron ausreichen werde.

Damit wäre ein verbreiterter Impfschutz gegen beide Typen des Coronavirus, also gegen Omikron und gegen alle anderen Typen, gewährleistet. Christian Drosten betont: „Diese beiden Immunitäten brauchen wir.“ * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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