Lange Warteliste

Niedersachsen: Mehr Corona-Erstimpfungen ab 21. Juni

Wer zur Erstimpfung will, braucht Geduld. Sollte der versprochene Impfstoff geliefert werden, geht es ab dem 21. Juni mit den Erstimpfungen weiter.

Hannover - Am Montag, 7. Juni wurde auch in Niedersachsen die Corona-Impfpriorisierung aufgehoben. Dadurch kann sich jeder ab 12 Jahren zum Impfen anmelden. Aktuell befinden sich mehr als 640.000 Menschen auf der Warteliste, wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens am Dienstag in Hannover erklärte. Rund 123.000 sind am Montag dazu gekommen. Auch bei den Jugendlichen sei das Interesse groß, so Behrens. Über 28.700 Teenager – darunter 9.800 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 – haben sich schon registrieren lassen. Zum Vergleich: In Niedersachsen gibt es rund 450.000 Schüler zwischen 12 und 19 Jahren.

Die Zahl der Wartenden wird vermutlich erst ab dem 21. Juni deutlich nach unten gehen, dann sind wieder mehr Erstimpfungen geplant. Aktuell werden viele Männer und Frauen das zweite Mal geimpft. Mitte Mai hatte Niedersachsen die Erstimpfungen reduziert, um sich auf die Zweitimpfungen zu konzentrieren.

Impfen beim Hausarzt: Für viele Patienten wäre das die Lösung der Wahl. Doch auch nach dem allgemeinen Ende der Priorisierung bleibt Impfstoff knapp.

Corona-Impfkampagne: In Niedersachsen fast die Hälfte der Menschen erstgeimpft

Inzwischen haben 46,7 Prozent der Niedersachsen eine Erstimpfung, die Quote der Zweitimpfungen liegt bei 20,5 Prozent. Als erstes Bundesland hat in Bremen bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung die erste Impfung gegen Corona erhalten.

Seit Montag gibt es eine dritte Säule beim Impfen: die Betriebsärzte. Wie die rund 4200 Hausärzte an den Impfstoff kommen erklärte Mark Barjenbruch von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Am Dienstag geben die Mediziner ihre Bestellung auf. Am Donnerstag bekommen sie eine Nachricht, wann und wie viele Dosen sie bekommen.

„Zum Stichtag 7. Juni – also nach zwei Monaten Impftätigkeit - waren es 1.713.218 Impfungen. Davon 1.273.272 Erstimpfungen und 439.946 Zweitimpfungen. 845.778 über 60-Jährigen und 856.609 unter 60-Jährigen sind geimpft worden“, sagte Barjenbruch zur Zahl durch Ärzte.

Corona-Lieferung: Probleme mit den Lieferschwankungen

Dass immer noch viel weniger Impfstoff geliefert werde als angekündigt worden sei, sei ein Problem. Dann komme es zu kurzfristigen Terminabsagen. Dies führe zu viel Unmut bei den betroffenen, so Behrens und Barjenbruch. Auf der anderen Seite gibt es die Terminbörse. Dort und auf anderen Webseiten werden kurzfristige freie Termine angezeigt. Dieses Vorgehen hält das Impftempo hoch, so Claudia Schröder aus dem Krisenstab.

Im direkten Vergleich mit den anderen EU-Staaten (Polen, Italien, Spanien, Frankreich) ist das tägliche Impftempo deutlich gestiegen. „Da die EU-Länder vergleichbar viele Impfstoffdosen aus den gemeinsamen Verträgen erhalten, ist dieser Vorsprung vor allem auf die gemeinsame Impfkampagne der Impfzentren und ärztlichen Praxen in Deutschland sowie zum Teil auf die Ausweitung des Zweitimpfungsintervalls im Rahmen der STIKO-Empfehlung zurückzuführen“, so die Gesundheitsministerin. (Mit Material der dpa)

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