Corona-Impfstoffe

Nebenwirkungen der Corona-Impfung mit Biontech, Moderna und Co.

Die Corona-Impfung ist der Joker im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe wie Herzmuskelentzündungen verunsichern jedoch.

Hannover/Hamburg/Bremen – Mit der Corona-Impfung in der Coronavirus-Pandemie verhält es sich ein bisschen wie bei der ersten Mondlandung. Damals sprach der US-Astronaut Neil Armstrong von einem kleinen Schritt für einen Menschen, aber einem gewaltigen Sprung für die Menschheit, als er am 21. Juli 1969 als erster Mensch jemals den Mond betrat. Bei der Corona-Impfung ist es ein kleiner Stich für den Menschen, der sich impfen lässt. Aber wenn sich die Zahl der Geimpften erhöht, dann ist das gut. Und auch ein gewaltiger Sprung in der Bekämpfung der Pandemie, in der Experten sich bereits für eine vierte Impfung vier bis sechs Monate nach der Booster-Impfung aussprechen.

Krankheit:COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Erster Fall:1. Dezember 2019
Erklärung zur Pandemie:11. März 2020
Impfquote in Deutschland:76 Prozent (Stand 04. April 2022)

Corona-Impfung: Wie verhält es sich mit den Nebenwirkungen?

Auch nach mehr als zwei Jahren Pandemie regiert hier und da noch die Angst. Nicht nur vor der Omikron-Variante, die zum Beispiel in Hamburg bereits 90 Prozent der neuen Corona-Infektionen ausmacht und der Hansestadt ebenso wie Niedersachsen Höchstwerte bei den Inzidenzen beschert. Nein, es geht auch um die Angst vor Nebenwirkungen, die auftreten, wenn man sich mit einem der Corona-Impfstoffe gegen das Virus impfen lässt. Gerade jetzt, wo in der Politik eine Impfpflicht ab 50 diskutiert wird, beschäftigen sich viele Impfskeptiker mit dem Thema. Doch welche Nebenwirkungen treten überhaupt auf? Und bei welchem Vakzin? Wir geben einen Überblick.

Welche Corona-Impfstoffe sind in Deutschland bislang zugelassen?

Bi­oN­TechCo­mir­na­ty (mR­NA)
ModernaSpike­vax (mR­NA)
Astra­Zene­caVa­x­ze­vria (Vek­tor-Impf­stoff)
Johnson & JohnsonJans­sen (Vek­tor-Impf­stoff)
No­va­vaxNuvaxovid (Pro­te­in­ba­sier­ter Impf­stoff)

Nebenwirkungen bei Corona-Impfungen: Risiko einer Herzmuskelentzündung bei mRNA-Impfstoffen

In Deutschland wurden bisher 172,2 Millionen Impfdosen verabreicht (Stand 04. April 2022). Und nicht nur hierzulande, sondern weltweit beschäftigen sich verschiedene Institute und Behörden mit den Nebenwirkungen einer Corona-Impfung. Zahlen und Auflistungen zu Nebenwirkung von Impfungen mit den einzelnen Corona-Impfstoffen veröffentlichen u.a. die European Medicines Agency (EMA), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration).

Besonders bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern scheint das Risiko einer Herzmuskelentzündung nach einer mRNA-Impfung höher als bisher angenommen, berichtet fr.de.

Herzmuskelentzündung ist eine der möglichen Nebenwirkungen einer Corona-Impfung mit mRNA-Wirkstoffen. (kreiszeitung.de-Montage)

Biontech-Impfstoff: Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist das erste Vakzin, das in Deutschland eine Zulassung erhalten hat. Mit 127,9 Millionen gelieferten Dosen ist es das in Deutschland am häufigsten verimpfte Vakzin (Stand 16. Januar 2022). Bei dem Impfstoff von Biontech/Pfizer, der neben dem Vakzin von Moderna auch bei Auffrischungsimpfungen verwendet wird, treten laut fr.de die folgenden Nebenwirkungen am häufigsten auf:

  • Nebenwirkungen Biontech/Pfizer
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Gelenkschmerzen
  • Fieber
  • Schwellung der Einstichstelle

Nebenwirkungen bei Impfung mit Moderna: Übelkeit und geschwollene Lymphknoten können auftreten

Seit 18. November 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), den Impfstoff von Moderna nur noch Personen ab 30 Jahren zu verabreichen. Unter 30-Jährige und Schwangere sollen sich mit dem Impfstoff von Biontech impfen lassen. Grund für diese Empfehlung ist, dass nach einer Impfung mit Moderna häufiger seltene Nebenwirkungen, wie Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen beobachtet wurden als nach der Impfung mit Biontech.

  • Nebenwirkungen Moderna (Auswahl)
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle
  • Schwellung und Rötung an der Einstichstelle

Neue Nebenwirkung Transverse Myelitis (TM) bei Corona-Impfung mit Impfstoffen von AstraZeneca sowie Johnson & Johnson entdeckt

Die EMA hat gerade erst in einem Newsletter den Warnhinweis veröffentlicht, dass bei den Impfstoffen von AstraZeneva und Johnson&Johnson Fälle von transverser Myelitis (TM) aufgetreten sind. Das sind Entzündungen einer oder beider Seiten des Rückenmarks, die laut EMA „Schwäche in den Armen oder Beinen, sensorische Symptome (wie Kribbeln, Taubheit, Schmerzen oder Verlust des Schmerzempfindens) oder Probleme mit der Blasen- oder Darmfunktion“ verursachen.

Die beiden Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson können auch – allerdings in äußersten Fällen - Blutgerinnsel und Hirnvenenthrombosen verursachen. Sie werden dennoch aber sowohl von der EMA und als auch vom Paul-Ehrlich-Institut weiterhin empfohlen.

  • Nebenwirkungen Johnson & Johnson (Auswahl)
  • Schwindel
  • Tinitus
  • Hirnvernenthrombosen
  • Bildung von Blutgerinnseln
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Ermüdung
  • Muskelschmerzen
  • Übelkeit
  • transverse Myelitis
  • Nebenwirkungen AstraZeneca (Auswahl)
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • transverse Myelitis
  • Glieder- und Gelenkschmerzen
  • grippeähnliche Symptome

Häufige Nebenwirkungen nach Corona-Impfung mit „Tot-Impfstoff“ Novavax sind Unwohlsein und Kopfschmerzen

Im Dezember 2021 wurde in der EU der erste „Tot-Impfstoff“ Novavax, der ein proteinbasierter Impfstoff ist, zugelassen. Laut der Zulassungsstudie zum Vakzin von Novavax sind Beschwerden wie Kopfschmerzen und Unwohlsein bei rund 70 Prozent der Probanden aufgetreten. Bei rund 79 Prozent seien Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen aufgekommen.

Hinweise auf besonders schwere Komplikationen gab es laut bisher veröffentlichten Studien keine. Nebenwirkungsfrei ist Novavax also nicht. Gleiches gilt für den Tot-Impfstoff Valneva, der noch auf eine Zulassung in Deutschland wartet. Dennoch wird den Wirkstoffen eine gute Verträglichkeit attestiert, die Nebenwirkungen sind milde und vorübergehend, heißt es in Studien zu Novavax, während zu Valneva bisher wenige Erkenntnisse vorliegen.

  • Nebenwirkungen Novavax
  • Kopfschmerz
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • allgemeines Unwohlsein

Booster-Impfung: Mehr als 36 Millionen Menschen haben bereits ihre Auffrischungsimpfung erhalten

In Deutschland haben, das hat zuletzt das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet, mehr als 36 Millionen Menschen eine Booster-Impfung erhalten, während Virologen in der Durchseuchung durch die Omikron-Variante eine Chance auf das Ende der Corona-Pandemie sehen. Jenes Ende sagt übrigens auch eine britische Studie voraus. Karl Lauterbach als neuer Bundesgesundheitsminister hat derweil Angst vor der Rückkehr der Delta-Variante des Coronavirus. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will mit einer Impfpflicht einen „Teufelskreis“ durchbrechen und Virologe Christian Drosten spricht mit Blick auf eine „Lebend-Impfung“ von einem „Meilenstein“ im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Die einzelnen Impfstoffe gegen das Coronavirus – hier unter anderem AstraZeneca, Biontech und Moderna – haben verschiedene Nebenwirkungen.

Corona-Impfstoffe: Boostern nur mit Impfstoffen von Biontech und Moderna

Für Auffrischungsimpfungen sind bisher nur die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna zugelassen. Während der Impfstoff von Biontech und Pfizer schon am 4. Oktober 2021 zugelassen wurde, hat das Vakzin von Moderna seine Zulassung rund drei Wochen später durch die EMA erhalten. Laut merkur.de sind die Wirkstoffe gleich geblieben. Bei der Zulassung wurde lediglich getestet, welche Wirkung eine dritte Spritze hat. Seither können sich Personen ab 18 Jahren eine dritte Dosis mit einem der beiden mRNA-Impfstoffen verabreichen lassen, sofern die zweite Impfung bei ihnen schon mindestens drei Monate zurückliegt. 

Viele Menschen haben Angst vor der Corona-Impfung – weil sie die Nebenwirkungen der Impfstoffe fürchten.

Nebenwirkungen nach Booster-Impfung meist nur milde oder mäßig ausgeprägt

Im Aufklärungsbogen zur Booster-Impfung vom RKI heißt es, dass bei Auffrischungsimpfungen die „Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt“ sind. Und weiter: „Die Häufigkeit und die Art möglicher Nebenwirkungen nach der Auffrischimpfung sind vergleichbar mit denen nach der zweiten Impfung.“

Wie fr.de berichtet, hat der Mediziner Christian Bodgan, seit 2011 Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), noch einmal ausdrücklich empfohlen, sich boostern zu lassen. Gegenüber dem Nachrichtenportal Nordbayern nimmt er die Angst vor Nebenwirkungen nach einer Booster-Impfung: „Die bisher vorliegenden Untersuchungen zeigten, dass die dritte Impfung nicht zu einer Steigerung der Nebenwirkungen führt. Sie liegen im gleichen Rahmen wie nach der zweiten Impfung.“ * 24hamburg.de , kreiszeitung.de, merkur.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa/George Mdivanian/imago

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