Teilnehmerzahl bei „Initiative Tierwohl“ noch unklar

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Sauen liegen umgeben von ihren Ferkeln in einem Stall.

Cloppenburg  - Die „Initiative Tierwohl“ soll verlorengegangenes Vertrauen der Verbraucher in die Landwirtschaft zurückholen. Wie viele Agrarbetriebe mitmachen, steht aber noch nicht fest.

Die „Initiative Tierwohl“ vom Deutschem Bauernverband und dem Lebensmitteleinzelhandel soll vom kommenden Jahr an besseren Tierschutz in den Ställen finanzieren. Derzeit steht jedoch noch nicht fest, wie viele Landwirte sich an der freiwilligen Aktion beteiligen wollen oder können. „Über das Prozedere der Anmeldung ist noch nicht entschieden“, sagte am Dienstag Alexander Hinrichs von der Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls als Trägerin des Vorhabens, am Rande einer Fachtagung des Deutschen Bauernverbandes in Cloppenburg.

Im Sommer hatten sich der Handel und der Bauernverband auf die Einrichtung eines Fonds verständigt. Teilnehmenden Landwirten sollen für Verbesserungen bei der Tierhaltung nach einem Verteilungsschlüssel zusätzliches Geld bekommen. Das Anreizsystem sieht neben Basisanforderungen auch Zusatzleistungen der Landwirte vor, aus denen die Teilnehmer nach einem Baukastensystem wählen können. Gefördert werden soll etwa die Teilnahme an einer Befunddatenerhebung aus den Schlachthöfen, über die man Haltungsmängel erkennen kann. Aber auch für den Einsatz von artgerechterem Futter, für mehr Platz oder mehr Licht und Luft für die Tiere soll es Geld aus dem 195-Millionen-Euro-Fonds geben.

Der Bauernverband hofft, dass es bis zu 20 Millionen Tiere sind, die von den Verbesserungen profitieren, sagte der Vorsitzende des Fachausschusses Schweinefleisch des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Westfälisch-Lippischen Bauernverbandes, Johannes Röring. Das wären etwa 20 bis 30 Prozent der Produktion. Für die Betriebe sei die Teilnahme durchaus ambitioniert, sagte Werner Hilse, Präsident des Niedersächsischen Landvolks. Jeder, der teilnehmen wolle, müsse im Prinzip schon jetzt die Kriterien auch erfüllen können.

„Das darf keine Mogelpackung werden“, sagte Hilse. „Schmuh“ werde die Gesellschaft nicht akzeptieren. An der Fleischtheke erkennen können sollen die Kunden übrigens nicht, welches Fleisch aus der tiergerechteren Produktion stammt. Der Handel werde den Kunden nur die Wahl zwischen konventionellem und Biofleisch bieten, sagte Hilse.
dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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