Tan Caglar nimmt‘s mit Humor

„Nicht so der Typ, der Frauen hinterherläuft“: Comedian schreibt über sein Leben im Rollstuhl

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Tan Caglar hat ein Buch über seine Erfahrungen mit dem Rollstuhl geschrieben - und über dumme Fragen zu dem Thema.

Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wird nicht immer so behandelt, wie es angemessen wäre. Wie es besser geht und was es heißt, auf das Gefährt angewiesen zu sein, erzählt Comedian Tan Caglar in seinem Buch „Rollt bei mir!“.

Berlin/Hildesheim - Der Comedian und Rollstuhlfahrer Tan Caglar (39) hat einen Tipp für den Umgang mit Menschen mit Behinderungen: nicht runterknien. „Das sollte man nicht tun - auf keinen Fall“, sagte Caglar der Deutschen Presse-Agentur. Besser sei es, sich falls möglich irgendwo hinzusetzen, auf einen Stuhl, eine Bank oder einen Stein. Das Schlimmste für ihn als Rollstuhlfahrer sei es, ständig auf der Höhe eines Kindes zu sein. Wenn dann jemand zu ihm runterkommt, fühlt er sich an die „Super Nanny“ erinnert.

Der Deutschtürke aus Hildesheim sitzt wegen einer angeborenen Rückenmarkserkrankung im Rollstuhl, seit er Anfang 20 ist. Sein Comedy-Programm heißt wie das Buch über sein Leben, das im Juli erscheint: „Rollt bei mir!“

Darin geht es auch um „Rollstuhlfragen“. Zum Beispiel: „Sex mit Rollstuhl, wie geht das denn?“ Antwort: „Keine Ahnung, ich habe meinen Rolli noch nie gebumst.“ Oder „Wie bist du denn in den Rollstuhl gekommen?“ Antwort: „Rückwärts!“

Tan Caglar hat ein Buch über seine Erfahrungen mit dem Rollstuhl geschrieben - und über dumme Fragen zu dem Thema.

Caglar erzählt auch davon, welche Frage sich ihm bei der Dating-App Tinder stellte: Sollte sein Bild ihn mit Rollstuhl zeigen? Er entschied sich dagegen. Er schrieb stattdessen zu seinem Profil: „Ich bin nicht so der Typ, der Frau hinterherläuft.“ Das mit dem Rollstuhl habe er dann später bei Kontaktaufnahmen geschrieben. Das habe ganz gut funktioniert.

Gerade plant Caglar einen Podcast, „Vollgas unter Freunden“. Dabei will er mit Prominenten oder anderen spannenden Gästen im Auto durch die Gegend fahren und sie interviewen. Gerne hätte er eine eigene Sendung. „Ich glaube, wenn ein türkischstämmiger Rollstuhlfahrer eine Sendung im deutschen Fernsehen hat, dann hat man eine Revolution geschaffen.“

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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