Bundesanwaltschaft:

Wolfsburger Islamisten wussten von Terror

Celle - Im Celler Prozess gegen zwei IS-Rückkehrer hat die Bundesanwaltschaft den Angeklagten vorgeworfen, vor dem Aufbruch zur Terrormiliz Islamischer Staat von deren Gräuel und Massakern gewusst zu haben.

Die beiden Angeklagten aus Wolfsburg hätten beim IS ihre fundamentalistischen Vorstellungen verwirklichen wollen, obwohl sie von dem gewalttätigen Vorgehen der Organisation wussten, erklärte die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer am Montag vor dem Oberlandesgericht Celle. Ein Strafmaß für die 26 und 27 Jahre alten Deutsch-Tunesier forderte sie zunächst noch nicht. Eine Ausreise nach Syrien aus humanitären Zwecken oder alleine zum friedlichen Erlernen des Islams, wie von den Angeklagten vorgebracht, sei unglaubwürdig, formulierte die Anklage. Schon bei der Ausreise sei den beiden radikalisierten Wolfsburgern klar gewesen, dass der IS seine Ziele mit Gewalt und Terror durchsetzt. Auch wenn sie nicht hätten kämpfen wollen, sei ihnen klar gewesen, dass sie die gewalttätige Organisation mit ihrer Unterordnung in deren Strukturen fördern würden. Die Mitglieder der sogenannten Wolfsburger Zelle stehen wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung schwerer staatsgefährdender Straftaten in Syrien und dem Irak vor Gericht. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Bundesanwaltschaft fordert lange Haftstrafen für IS-Rückkehrer

Für den 27-jährigen Ayoub B. forderte die Anklage am Montag vor dem Oberlandesgericht auch wegen Beihilfe zum Mord siebeneinhalb Jahre Haft. Ebrahim H. B. (26) soll vier Jahre und drei Monate hinter Gitter. Die zwei Deutsch-Tunesier aus Wolfsburg hätten bei der Terrormiliz Islamischer Staat ihre fundamentalistischen Vorstellungen verwirklichen wollen, obwohl sie von dem gewalttätigen Vorgehen der Organisation wussten, erklärte die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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