Bürger räumen nach Hochwasser auf

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Das kann nur noch in den Sperrmüll: Dora Wiezorek und Waldemar Wychowalek tragen in Osnabrück durch Hochwasser zerstörte Möbelstücke aus dem Haus.

Osnabrück/Nordhorn - Nach dem Hochwasser der vergangenen Tage räumen die Bürger in Westniedersachsen auf. Nach Angaben der Kommunen und Kreise hat sich die Lage am Montag deutlich entspannt.

Die Stadt Osnabrück schickte Sperrmüllfahrzeuge durch die betroffenen Wohngebiete, damit die Menschen ihren vom Wasser verdorbenen Hausrat entsorgen konnten. Auch der Landkreis Osnabrück versprach zusätzliche Fahrzeuge für die Sperrmülltouren. Die Recyclinghöfe im Kreis nahmen beschädigte Möbel und Hausrat bis auf weiteres kostenlos an.

In der Grafschaft Bentheim seien Helfer der Bundeswehr am Sonntagabend abgerückt, sagte ein Kreissprecher. Die Pegelstände seien größtenteils gesunken. In Emlichheim direkt an der niederländischen Grenzen stieg zwar der Wasserstand der Dinkel an, es gab aber noch genügend Platz auf Grünflächen zum Volllaufen. Die Lage in Nordhorn normalisierte sich ebenfalls wieder. „Es wird besser, aber langsam“, hieß es. Die Menschen hofften auf weniger Regen.

Im südlichen Landkreis Osnabrück sollte die Bevölkerung noch bis Donnerstag Wasser sicherheitshalber abkochen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Das gelte vor allem für die Zubereitung von Säuglingsnahrung oder für das Essen von kranken oder älteren Menschen. Zähneputzen, Duschen oder Wäschewaschen mit Leitungswasser sei aber ungefährlich.

Erst am Donnerstagmittag liegen dem Kreis die Ergebnisse von Wasseruntersuchungen vor. Während des Hochwassers war ein Trinkwasserbrunnen überschwemmt worden, und eine Verschmutzung könne nicht ausgeschlossen werden, sagte der Sprecher.

Ein Überblick über die Schadenshöhe war zunächst nicht möglich. „Wir haben noch keinen Überblick über die Zahl der Schäden“, sagte der Osnabrücker Kreissprecher. Auch die Landwirtschaft war von der Überflutung betroffen. Zum Teil seien Felder schon bestellt gewesen, die nun wahrscheinlich ausgespült worden seien, sagte ein Sprecher Landwirtschaftskammer Osnabrück . Auch Maisbestände stünden unter Wasser. Es gebe aber noch kein klares Schadensbild. „Erst einmal muss das Wasser weg sein“, sagte er.

In Osnabrück waren am Montag noch einige Hilfskräfte im Einsatz. Um eine neue Überflutung zu vermeiden und Keller zu schützen, mussten nach Angaben der Stadt in einigen Straßen noch Pumpen eingesetzt werden.

Auch in Teilen von Nordrhein-Westfalen dauerten in den betroffenen Gebieten die Aufräumarbeiten an. „Die Restpumparbeiten laufen noch“, sagte Christiane Klein, Sprecherin der Bezirksregierung Münster am Montag auf Anfrage. Zwar rechne man noch mit weiteren Schauern, aber so heftige Regenfälle wie die des Tiefs „Cathleen“ seien nicht mehr zu befürchten.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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