Bremen und Niederachsen

Bezahlbarer Wohnraum bleibt Mangelware - Nachfrage steigt

+
In Niedersachsen und Bremen fehlen Wohnungen mit geringen Mieten.

Hannover/Bremen - Niedrige Zinsen sind gut für den Wohnungsbau, doch nicht jeder kann sich einen Neubau leisten. Wer zur Miete wohnt und nur ein geringes Einkommen hat, ist auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen.

Die Nachfrage vor allem in städtischen Regionen wie Hannover, Braunschweig und Oldenburg ist steigend, hat Niedersachsens Förderbank NBank prognostiziert. Grund sei der verstärkte Zuzug in die größeren Städte. Der Bestand der sozial und preislich gebundenen Mietwohnungen hat jedoch in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Mit Förderprogrammen wollen die Länder Niedersachsen und Bremen gegensteuern.

2002 lag die Gesamtzahl der mietpreisgebundenen Wohnungen in Niedersachsen bei knapp 150 000, 2012 waren es nur noch 84 755. Im vergangenen Jahr gab es wieder ein Plus mit insgesamt 94 743 Wohnungen. Doch der Wandel geht weiter, wachsende Zentren und schrumpfende Regionen driften auseinander.

In den Städten ist der Baugrund knapp und teuer. Als Folge wird vor allem für den höherpreisigen Markt gebaut, und die Mieten steigen. Für Haushalte mit knappen Einkommen wird es nach den Worten von Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) eng: Betroffen seien vor allem Ältere, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose, kinderreiche Familien und Alleinerziehende sowie Studierende. In strukturschwächeren Regionen wie Südniedersachsen gibt es dagegen ein Überangebot, teilweise Preisverfall und Leerstände.

Niedersachsens neues Wohnraumförderprogramm 2014 mit Schwerpunkt auf der Förderung von bezahlbaren Mietwohnungen werde vor allem von kommunalen Wohnungsunternehmen nachgefragt, heißt es im Ministerium. Wie schnell das Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten, denn die Zeit drängt: Bis zum Jahr 2030 hat die NBank einen Bedarf von 181 000 Mietwohnungen errechnet, die Hälfte davon in den großen Zentren.

Auch Bremens Bausenator Joachim Lohse (Grüne) will mit einer Wohnungsbauoffensive gegensteuern. Bis zum Jahr 2020 sind 14 000 neue Wohnungen geplant. Von 1400 Neubauten pro Jahr sollen 25 Prozent öffentlich geförderte Projekte sein. „Da gibt es ganz interessante Ansätze wie etwa 35 Quadratmeter große Appartements für Studenten zu günstigen Preisen und Wohnraum für Obdachlose“, sagte Susanne Schönemeier vom Deutschen Mieterbund in Hannover.

Wohneigentum ist in Niedersachsen und Bremen nicht nur für Topverdiener bezahlbar, hat dagegen eine aktuelle Postbank-Studie ergeben. In 46 von 48 Kreisen von Emden bis Göttingen fänden auch Haushalte mit geringerem Nettoeinkommen eine finanzierbare 70-Quadratmeter-Wohnung. Ausnahmen sind die Kreise Aurich und Leer, zu denen auch die ostfriesischen Inseln mit teuren Baugrundstücken zählen. Generell sei für Haushalte mit geringerem Einkommen in drei von vier Regionen in Niedersachsen und Bremen der Erwerb eines mindestens 100 Quadratmeter großen Hauses finanzierbar.

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare