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Brand am Brocken gelöscht: Nationalpark übernimmt Feuerwache

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Von: Bona Hyun, Yannick Hanke

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Seit Samstag, 3. September 2022, wütete ein Großbrand am Brocken. Dieser konnte nun nach einer Woche gelöscht werden. Der Nationalpark übernimmt die Feuerwache.

Update von Sonntag, 11. September 2022, 15:03 Uhr: Wernigerode – Nach gut einer Woche ist der Brand am Brocken im Harz gelöscht. Am Samstagabend, 10. September 2022, habe der Feuerwehrleiter der Stadt Wernigerode das Signal „Feuer aus“ gegeben, hieß es tags darauf von Kai-Uwe Lohse, dem Chef der Landesfeuerwehr Sachsen-Anhalt.

Brand am Brocken nach einer Woche gelöscht: Nationalpark übernimmt Feuerwache

Trotz des Regens könnten aber immer wieder Glutnester auftauchen, das sei nicht ungewöhnlich. Nun würde der Nationalpark Harz die Feuerwache übernehmen, teilte Lohse mit. Am Samstag, 3. September, war das Feuer am Goetheweg nahe dem Aussichtspunkt Goethebahnhof entdeckt worden.

Einsatzkräfte des THW stehen im Brockengebiet am Eckerloch und richten eine Brücke als Zuwegung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr ein.
Der Brand am Brocken im Harz konnte nach einer Woche gelöscht werden. © Matthias Bein/dpa

Wegen des unzugänglichen Geländes kämpften teilweise sieben Löschhubschrauber und zwei italienische Löschflugzeuge gegen die Flammen, die sich zwischenzeitlich auf 160 Hektar ausgedehnt hatten.  Hunderte Einsatzkräfte waren im Einsatz. Die Brandursache ist noch unklar.

Update von Donnerstag, 8. September 2022, 15:58 Uhr: Wernigerode – Gute Nachrichten vom Brocken: Das Feuer sei unter Kontrolle und würde sich auch nicht mehr ausbreiten, teilte ein Sprecher des Landkreises Harz mit. Hinzukomme der Regen, der die Brandbekämpfung unterstütze.

Hubschrauber fliegen bei Löscharbeiten über das Gebiet zwischen Brocken und Wurmberg.
Hubschrauber fliegen bei Löscharbeiten über das Gebiet zwischen Brocken und Wurmberg. © Swen Pförtner/dpa

Doch habe einsetzender Nebel zu Verzögerungen bei den Löschoperationen aus der Luft geführt. Waren am Mittwoch noch 350 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt, waren es tags darauf 440 Einsatzkräfte.

Update von Mittwoch, 7. September 2022, 16:58 Uhr: Beim Feuer am Brocken im Harz wurde am Mittwoch die Brandbekämpfung am Boden intensiviert. Die „massiv ausgeweiteten“ Löschtrupps lockerten unter anderem den Boden und schlugen Schneisen für eine bessere Brandbekämpfung, sagte ein Sprecher des Landkreises Harz laut der Deutschen Presse-Agentur. Weiterhin würden die Löschflugzeuge den Großteil des Löschwassers aus der Luft abwerfen.

Update von Dienstag, 6. September 2022, 15:46 Uhr: Wernigerode – Der Waldbrand im Harz hat sich unterirdisch weiter ausgebreitet. Statt 150 sind nun sogar insgesamt 160 Hektar vom Feuer am Brocken betroffen. Dementsprechend laufen die Löschmaßnahmen aus der Luft weiter. Das teilte der Landkreis Harz am Dienstagnachmittag mit.

Großbrand am Brocken breitet sich unterirdisch aus – Umweltminister Olaf Lies vor Ort

„Nach Auswertung der letzten Wärmebilder des Erkundungshubschraubers ist eine Brandausbreitung auf 160 Hektar festzustellen“, hieß es von einem Sprecher. Dies würde aber nichts an der Aussage ändern, dass die Einsatzkräfte den Brand am Brocken unter Kontrolle hätten. Und doch werden die Löscharbeiten wohl noch einige Tage andauern, berichtet der NDR unter Berufung auf Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse. Da immer wieder Glutnester aufflammen würden, könnten die Löscharbeiten bis nächste Woche dauern.

Löschhubschrauber helfen bei der Brandbekämpfung am Brocken.
Löschhubschrauber helfen bei der Brandbekämpfung am Brocken. © Martin Wagner/imago

Indes war Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Dienstag im Harz zugegen. Für ihn würde es nicht zur Debatte stehen, Brandschneisen quer durch den geschützten Wald zu schlagen. Denn das ließen die Regeln des Nationalparks nicht zu. Doch müssten gleichwohl Zugänge geschaffen werden, damit die Einsatzkräfte bei künftigen Bränden Zugang zu den betroffenen Flächen erhalten.

Update von Dienstag, 6. September 2022, 10:16 Uhr: Wernigerode – Gute Nachrichten vom Brocken: Die Feuerwehr konnte den Großbrand unter Kontrolle bringen. Nach Einschätzung der Behörden hat sich das Feuer nicht weiter ausgebreitet. Das teilte ein Sprecher des Landkreises Harz am Dienstagmorgen, 6. September, mit. Doch seien noch immer 150 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Dementsprechend sind die Feuerwehren weiterhin im Einsatz.

Feuerwehr bringt Großbrand am Brocken unter Kontrolle – doch noch immer 150 Hektar Wald in Brand

Bereits um 07:30 Uhr hätten die Hubschrauber ihre Löscharbeiten aus der Luft wieder aufgenommen. Auch der Einsatz von Löschflugzeugen wird noch erwartet, teilte ein Sprecher mit. Insgesamt seien weiterhin sieben Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge an den Arbeiten beteiligt.

Ein Löschflugzeug der italienischen Feuerwehr bekämpft den Waldbrand am Brocken aus der Luft.
Gefahr gebannt? Die Feuerwehr konnte den Großbrand am Brocken unter Kontrolle bringen. Doch stehen noch immer 150 Hektar Wald in Brand. © Matthias Bein/dpa

Aus dem Concordia-See soll hierfür das Löschwasser entnommen werden. Wie schon tags zuvor, bleibt das Gewässer deswegen auch am Dienstag für Besucher gesperrt. Und dennoch hatten sich am Montag Schaulustige eingefunden, hieß es vom Sprecher des Landkreises Harz. Das hätte zu Behinderungen geführt und sei für die Einsatzkräfte „ein bisschen schwierig“ gewesen.

Update von Dienstag, 6. September 2022, 08:49 Uhr: Wernigerode – Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpfen gegen die Flammen am Brocken an. Auch Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge kamen schon zum Einsatz. Ein Feuerwehrmann ist bereits schwer verletzt worden. Es sei zu einer Verpuffung an einem technischen Gerät gekommen, teilte ein Sprecher des Landkreises Harz am Montagabend, 5. September, mit.

Brand am Brocken: Feuerwehrmann bei Löscheinsatz schwer verletzt

Mit einem Rettungshubschrauber konnte der verletzte Feuerwehrmann ins Brandverletztenzentrum Bergmannstrost Halle (Sachsen-Anhalt) geflogen werden. Nach offiziellen Angaben sind bislang übrigens 2,8 Millionen Liter Wasser über dem Feuer auf dem Brocken verteilt worden.

Eine Harzer Schmalspurbahn HSB mit Löschtanks bekämpft einen Waldbrand am Brocken.
Eine Harzer Schmalspurbahn HSB mit Löschtanks bekämpft einen Waldbrand am Brocken. © Julian Stratenschulte/dpa

Die Brandbekämpfung aus der Luft würde Wirkung zeigen, „der Löscherfolg stellt sich ein“, hieß es vom Landkreis-Sprecher. Und auch für Dienstag seien die Flugzeuge und Hubschrauber bestellt, schließlich bestehe der Katastrophenfall fort.

Erstmeldung von Montag, 5. September 2022, 18:02 Uhr: Wernigerode – Bereits das zweite Mal innerhalb einer Woche brennt es auf dem Brocken im Harz. Eine offizielle Brandursache gibt es noch nicht. Bisher ist lediglich bekannt, dass fünf gleichzeitig lodernde Brandherden das Feuer am Samstag ausgelöst haben. Das schließt eine natürliche Brandursache tendenziell aus. Christiane Hopstock, Oberbürgermeisterin des am Harz angrenzenden Ortsteil Schierke, vermutet deshalb Brandstiftung als Ursache, wie sie in einem RTL-Interview mitteilte. Auch ein Forstwirt aus Sachsen-Anhalt soll laut RTL diese Vermutung unterstützen.

Berg in Sachsen-Anhalt:Brocken
Höhe:1.142 m
Prominenz:856 m
Erstbesteigung:1572

Waldbrand am Brocken – Schierkens Oberbürgermeisterin Christiane Hopstock vermutet Brandstiftung

Laut Hopstock würde es häufiger zwischen Wernigerode und Schierke brennen. „(...) Besonders eben halt zwischen Schierke und Brocken“, präzisierte Hopstock im RTL-Interview. Für diese Vorkommnisse müsse es eine Ursache geben. Hopstock wolle zwar keine voreiligen Schlüsse ziehen und die Untersuchungsergebnisse der Polizei vorwegnehmen – es könnte sich aber wirklich um Brandstiftung handeln. Sie frage sich, wie es beim Waldbrand fünf verschiedene Stellen brennen konnten.

Brand am Brocken Löschhubschrauber werfen Wasser ab
Der Brand am Brocken ist noch nicht unter Kontrolle. Löscharbeiten mit Luft-Hilfe aus Italien dauern an. Als Ursache wird Brandstiftung vermutet. © Matthias Bein/dpa

150 Hektar großer Brand am Brocken: Internationale Luft-Hilfe bekämpft Flammen

Der großflächige Brand am Brocken versetzt viele in Sorge. Derzeit sind laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sieben Hubschrauber und zwei italienische Löschflugzeuge im Einsatz und kämpfen gegen den Waldbrand an. Die Hubschrauber befüllen seit Tagesanbruch ihre Behälter mit Wasser, drehen schnell Richtung Brocken ab und werfen das Wasser auf die brennende Waldfläche ab. Die 300 Einsatzkräfte werden im Schichtbetrieb immer wieder ausgetauscht.

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„Es ist beeindruckend, wie gut die Einsatzkräfte verschiedener Institutionen aus dem In- und Ausland am Boden und aus der Luft beim Löschen im unwegsamen Oberharz zusammenarbeiten“, sagte Niedersachsens Forstministerin Barbara Otte-Kinast in einer offiziellen Pressemitteilung. „Deshalb ist es richtig und wichtig, wenn unsere Bundesländer gemeinsam und ressortübergreifend der zunehmenden Waldbrandgefahr entgegenwirken und man beispielsweise bei der Löschwasserversorgung die verfügbaren Ressourcen bestmöglich nutzt.“ Am Sonntag hatte der Landrat Thomas Balcerowski (CDU) wegen des sich stark ausbreitenden Feuers den Katastrophenfall ausgerufen. Dadruch sei nicht nur italienische Unterstützung möglich, sondern auch aus Österreich und der Schweiz.

Brand am Brocken: Noch keine Entwarnung gegeben – schwer zugängliches Bergplateau evakuiert

Die Unterstützung aus der Luft sei gerade so wichtig, da das vom Waldbrand betroffene Gelände schwer zugänglich ist. Das beliebte Waldgebiet habe sich laut der dpa in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Die Fichtenbestände hätten unter Trockenheit gelitten – riesige Bestände seien abgestorben. Das schwer zugängliche Brockenplateau wurde inzwischen evakuiert und bleibt bis auf Weiteres für Besucher gesperrt. Die Harzer Schmalspurbahnen, die mit ihren Zügen auf den Brocken fahren, haben laut dpa den Betrieb dorthin eingestellt.

Das Feuer wurde am Samstag gegen 14:30 Uhr am sogenannten Goetheweg in der Nähe des Aussichtspunktes Goethebahnhof entdeckt. Der Goetheweg zum Brocken gilt als einer der meistfrequentierten Wanderwege im Nationalpark Harz. Auch wenn die Löscharbeiten verstärkt laufen, ist bislang keine Entwarnung gegeben. Laut Balcerowski sei das Feuer weiter nicht unter Kontrolle. Aber: „Es sieht danach aus, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreitet“, so Balcerowski gegenüber der dpa. Der für Mittwoch angekündigte Regen könne helfen.

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