Betrug bei Organspende? Fall in Göttingen weitet sich aus

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Eine Infotafel für Organtransplantationen hängt in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Der Organspendeskandal an der Uniklinik in Göttingen weitet sich aus. Ein weiterer Arzt sei vom Dienst freigestellt worden, teilte die Universitätsmedizin Göttingen am Donnerstag mit.

Göttingen - Der mögliche Organspendeskandal an der Uniklinik in Göttingen weitet sich aus. Ein weiterer Arzt in leitender Funktion sei vom Dienst freigestellt worden, teilte die Universitätsmedizin Göttingen am Donnerstag mit.

Der Verdacht, dass der Mann an Manipulationen bei Organtransplantationen beteiligt war oder selbst manipuliert habe, habe sich erhärtet. Der Arzt habe die Vorwürfe bestritten, sagte der Sprecher der Unimedizin, Stefan Weller. Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig bestätigte die Ermittlungen. Am Mittwoch seien die Wohnung und der Arbeitsplatz des leitenden Mediziners durchsucht worden, sagte Staatsanwältin Serena Stamer. Der Beschuldigte habe bei der Staatsanwaltschaft keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Zu den Aufgaben des Arztes zählte unter anderem die Voruntersuchung von Patienten, die ein Spenderorgan bekommen sollten.

Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass ein 45 Jahre alter Göttinger Universitätsarzt im großen Stil Krankendaten gefälscht haben soll, um die eigenen Patienten bei Spenderlebern zu bevorzugen. Der Mann bestreitet die Vorwürfe nach Angaben der Uniklinik. Über seinen Verteidiger war der Arzt für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Gegen beide Ärzte werde in insgesamt 23 Fällen ermittelt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf laute auf Bestechlichkeit. Es sei nicht auszuschließen, dass noch weitere Mitarbeiter in den möglichen Skandal verstrickt seien. Vonseiten der Uniklinik gebe es darauf keine Hinweise, sagte Sprecher Weller. Ausschließen könne man aber nichts. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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