Bessere Studienbedingungen frühestens Ende 2010

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Noch mindestens ein Jahr müssen niedersächsische Studenten auf verbesserte Bedingung warten.

Hannover - Niedersachsens Studenten müssen noch mindestens ein Jahr auf verbesserte Bedingungen an den Universitäten warten.

„Ich hoffe, dass wir den Studierenden vom kommenden Wintersemester an bessere Bedingungen bieten können“, sagte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU)am Dienstag in der Landtagsdebatte zu den aktuellen Bildungsprotesten. Bundesweit protestieren die Studenten seit Tagen gegen die ihrer Meinung nach zu straffen Studienpläne. Stratmann sagte, in Niedersachsen sei im Gegensatz zu anderen Bundesländern bereits eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Reform der Bachelor-Studiengänge umzusetzen.

Den Beschluss dazu hatte die Kultusministerkonferenz (KMK)bereits im Oktober auf Initiative Niedersachsens hin getroffen. Um Veränderungen schon zum Sommersemester umsetzen zu können, hätten die Ergebnisse der Arbeitsgruppe bereits Anfang Januar vorliegen müssen. „Jetzt müssen wir in die Gespräche rein. Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Stratmann. Er will die Prüfungsdichte in den Fächern entschärfen und künftig weniger Spezialwissen vermitteln.

Der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, Victor Perli, kritisierte die Bemühungen Stratmanns als unzureichend. „Diese Reform trägt nicht dazu bei, die Problem zu lösen. Vor uns liegt ein bildungspolitischer Scherbenhaufen“, sagte Perli. Er kritisierte, dass nach den großen Demonstrationen gegen die Bildungspolitik im Sommer keine Änderung zu spüren sei. Die aktuellen Proteste seien Ausdruck dessen.

In den vergangenen Tagen und Wochen hatten Studenten in zahlreichen Universitätsstädten Hörsäle besetzt, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Ungeachtet der Proteste stiegen in Niedersachsen im dritten Jahr in Folge die Studienanfängerzahlen. 2009 begannen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums 29 050 Menschen mit einem Studium - 3,8 Prozent als im vergangenen Jahr. Nach den Anforderungen des Hochschulpaktes sollen zwischen 2011 und 2015 rund 35 000 zusätzliche Menschen in Niedersachsen ein Studium aufnehmen.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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