Bauern schmeißen tonnenweise Gemüse weg / 204 EHEC-Infektionen in Niedersachen

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Die Bauern in Norddeutschland schmeißen wegen des EHEC-Erregers tonnenweise Salatköpfe, Tomaten und Gurken in den Müll.

Die Bauern in Norddeutschland schmeißen wegen des EHEC-Erregers tonnenweise Salatköpfe, Tomaten und Gurken in den Müll. „Allein in Niedersachsen haben fünf Großabnehmer im Einzelhandel ihre Gemüsebestellungen storniert“, sagte Axel Boese von der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland am Freitag in Bremen.

Obwohl spanische Importgurken als ein Träger des gefährlichen Darmkeims EHEC identifiziert worden sind, seien die Verbraucher auch bei deutschem Gemüse noch sehr skeptisch. „Das kann manchen Betrieb das Leben kosten“, sagte Boese. Viele Bauern seien gezwungen, ihr Gemüse auf den Feldern zu lassen und umzupflügen. Boese fordert deshalb ein klares Statement von der Politik: „Es muss gesagt werden, dass deutsches Gemüse keimfrei ist.“

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Die Zahl der durch das gefährliche EHEC-Bakterium an Durchfall Erkrankten in Niedersachsen ist weiterhin gestiegen. 204 Menschen seien vermutlich mit dem Darmkeim infiziert, sagte Thomas Spieker vom Gesundheitsministerium Niedersachsen am Freitag in Hannover. „Wir müssen aufgrund der steigenden Zahlen immer noch von einem dynamischen Geschehen ausgehen.“ 35 Menschen leiden an der besonders schweren Form der Infektion durch EHEC - viele von ihnen liegen auf der Intensivstation. 99 weitere Fälle seien durch Laboruntersuchungen bereits bestätigt. „Zum Glück hat es bislang keine neuen Todesfälle gegeben“, sagte der Ministeriumssprecher. Zu dem Tod der 41 Jahre alten Frau aus Cuxhaven am vergangenen Mittwoch gebe es bisher keine neuen Erkenntnisse.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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