Aufräumen nach dem Orkan: Bahnen rollen wieder an

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Der Orkan "Christian" hatte im Norden schwere Schäden angerichtet, die Stromversorgung ist in einigen Orten noch unterbrochen.

Hannover/Bremen - Nachdem sich Orkan „Christian“ ausgetobt hat, hat das große Aufräumen begonnen: Das Reparieren der Schäden auf den Straßen, an Häusern kann Tage, ja Wochen dauern. Arbeiter der Bahn gingen am Dienstag mit Hochdruck daran, die gesperrten Strecken funktionstüchtig zu bekommen.

 Nach und nach wurden die Verbindungen wieder freigegeben, sagte eine Sprecherin der Bahn AG in Hamburg. Einige Bahnstrecken konnten zunächst allerdings nur eingleisig befahren werden, wie etwa die Strecke zwischen Bremen und Hannover. Dort fahren derzeit nur Nahverkehrszüge.

Besonders hart hatte der Orkan die Insel Borkum in die Zange genommen. Mit Rekordwerten von 191 Stundenkilometern waren die Böen durch den Ort gefegt und hatten sämtliche größeren Bäume abrasiert. „Es war beängstigend, draußen rumzulaufen“, berichtete Derk Akkermann vom Heimatverein. „Ziegel und Solaranlagen flogen von den Dächern, und ganze Giebel wurden eingedrückt.“ Am Strand riss der Sturm alle Imbissbuden und sogar die Wachttürme der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus den Verankerungen und wirbelte sie durch den Sand. „Die Touristen waren sprachlos und staunten“, sagte Akkermann.

Unwetter in Stuhr, Syke, Diepholz, ganz Niedersachsen

Unwetter in Stuhr, Syke, Diepholz und ganz Niedersachsen

Gedrückte Stimmung herrscht in Greetsiel, wo seit Montag eines der Wahrzeichen Ostfrieslands in Trümmern liegt. Der Orkan hatte eine der beiden Zwillingsmühlen erfasst und ihre schwere Kappe, die Galerie und den Flügel auf die Erde geschmettert. Das meistfotografierte Motiv des idyllischen Fischerdörfchens wurde quasi geköpft.Müller Frank Schoof vom Greetsieler Mühlenverein ist geschockt: „Wir haben mit Entsetzen gesehen, dass sich die Mühle trotz angezogener Bremse gedreht hat. Die Bremse hatte sich gelöst, weil ein Eisenhaken unter der Gewalt des Sturmes aufgebogen wurde. Die Ringbremse aus Holz fing schon an zu qualmen, so groß war die Reibungshitze.“ Eine Stunde später brach dann die Kappe ab. Auf rund 250000 Euro schätzte Schoof den Schaden an der 1856 erbauten Mühle, die erst 2006 eine neue Kappe und den Flügel bekommen hatte. Nun soll der Wiederaufbau durch Spenden finanziert werden, denn der Verein hat seine Eigenmittel nach früheren Restaurierungsarbeiten aufgebraucht.

Allein in einer Kleinstadt wie Leer waren von Montag auf Dienstag 750 Anrufe in der Leitstelle des Kreises eingegangen, Helfer rückten zu 350 Einsätzen aus. Zumindest beim Hochwasserschutz brachte der Orkan keine Probleme: Die Küstenschutzbauwerke auf dem Festland und auf den Inseln blieben intakt, und die Wasserstände bei der Südwestwindlage stiegen nur um einen Meter über das mittlere Tidehochwasser. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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