Atomgegner demonstrieren gegen Merkel-Besuch

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Als Bundeskanzlerin Angela Merkel und Skelette verkleidete Atomkraftgegener spielen vor dem Atomkraftwerk in Lingen "Atompoker".

Lingen - Rund 200 Atomkraftgegner haben am Donnerstag vor dem Tor des Kernkraftwerks im emsländischen Lingen gegen eine mögliche Laufzeitverlängerung von Atommeilern demonstriert.

„Atomkraft ist keine Brückentechnologie für die erneuerbaren Energien, Atomkraft ist eine Blockadetechnologie“, sagte der Sprecher der Initiative Campact, Christoph Bautz, unter großem Beifall der Demonstranten. Er warf der Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „Klientelpolitik“ zugunsten der Atomindustrie vor. „Da wird getrickst und gelogen, dass sich die Balken biegen“, sagte er.

Merkel besuchte das Atomkraftwerk am Donnerstag. Demonstranten zeigten einen riesigen Pappmaché-Kopf mit ihrem Konterfei. Merkel pokerte dabei mit vier Atommanagern in Skelett-Kostümen um die Verlängerung der Atomlaufzeiten pokerte. Das solle die „Kungelei“ zwischen Merkel und der Atomwirtschaft demonstrieren, sagte Bautz. Er kritisierte, dass Merkel nicht bereit war, bei ihrem Besuch in Lingen eine Liste mit 160 000 Unterschriften für den Appell „Atomkraft abschalten“ entgegenzunehmen. Anschließend ließen die Demonstranten hunderte schwarze und gelbe Luftballons vor dem Kraftwerk aufsteigen.

Zu der Kundgebung im strömenden Regen kamen auch zahlreiche Landwirte aus dem benachbarten Münsterland. Sie waren mit Traktoren nach Lingen gefahren. Auch sie kritisierten die Diskussion um eine Laufzeitverlängerung. „Das ist kein nachhaltiges Handeln“, sagte Sebastian Bröker aus dem Kreis Borken.

Quelle: kreiszeitung.de

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