9572 Waffen freiwillig abgegeben

Illegale Waffen können noch bis Ende des Jahres straffrei abgegeben werden.

Hannover - Immer mehr Bürger in Niedersachsen wollen keine Waffen mehr zu Hause haben. Nach dem Amoklauf von Winnenden (Baden-Württemberg) wurden von März bis Juli 9572 Waffen freiwillig abgegeben.

Angeleiert wurde die Aktion von Innenministerium, Minister Uwe Schünemann ( CDU ) sprach am Montag von einem vollen Erfolg. Unter den bisher abgegebenen Waffen in Niedersachsen waren 714, die die Eigentümer illegal zu Hause hatten. Oft handelte es sich um geerbte Waffen, für die die Besitzer keinen geeigneten Schrank zur Aufbewahrung hatten. Dies ist nach dem Waffenrecht aber vorgeschrieben und wird nach der Gesetzesverschärfung künftig auch kontrolliert. Wer illegale Waffen noch bis zum Jahresende freiwillig abgibt, bleibt straffrei.

Bisher wurden unter anderem Pistolen, Softair-Waffen, aber auch Maschinengewehre, Schlagringe und Elektroschock-Geräte abgegeben. Mehr als 7800 Waffen wurden bereits vernichtet, berichtete das Ministerium in Hannover .

Die meisten Waffen wurden seit März im Bereich der Polizeidirektion Oldenburg abgegeben (2608). Im Bereich Göttingen wurden 1953 eingesammelt, in Lüneburg 1520, in Braunschweig 1333, in Osnabrück 1093und in Hannover 1065.

In Winnenden hatte ein 17-Jähriger im März 15 Menschen erschossen und sich dann selbst getötet. Für den Amoklauf benutzte er eine Waffe seines Vaters, die frei verfügbar im Schlafzimmer der Eltern lag. Daraufhin hatte Schünemann die Abgabe der Waffen initiiert, die eingeschmolzen und kostenlos vernichtet werden. Das Innenministerium riet, die Bürger sollten sich die Waffen gebührenfrei abholen lassen und damit nicht etwa durch die Gegend fahren.

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare